care neuNiamey. - Der Konflikt im Norden Nigerias entwickelt sich zu einer regionalen humanitären Krise. Davon hat die internationale Hilfsorganisation CARE am Mittwoch in der nigerianischen Hauptstadt berichtet. Tausende Menschen, 80 Prozent von ihnen Frauen und Kinder, suchen in Kamerun, im Tschad und im Niger Zuflucht. Für die zuvor schon ausgelasteten Flüchtlingssiedlungen im Niger führt das zu noch katastrophaleren Zuständen. Mangel an Nahrung und sauberem Trinkwasser, sowie die Ausbreitung der Cholera spitzen sich zu.

"Die Flüchtlinge erzählen uns herzzerreißende Geschichten. Mütter berichten, dass sie auf der Flucht von ihren Kindern getrennt wurden und sie nun verzweifelt suchen", berichtete der Länderdirektor von CARE Niger, Rotimy Djossaya. "Die Flüchtlinge sterben an behandelbaren Krankheiten oder Hunger, schlichtweg, weil die Versorgung nicht ausreicht. Wir fürchten, dass die Zahl der Todesopfer weiter steigen wird, vor allem, weil die internationale Hilfe für die Flüchtlinge und Gastgemeinden bisher noch längst nicht ausreichend ist."

Erst am voherigen Wochenende wurden die ürsprünglich für den 14.Februar angesetzen Wahlen um sechs Wochen verschoben und Menschenrechtsorganisationen warnten vor einer Ausweitung der Gewalt in Nigeria.


Die Gastgemeinden im Niger litten schon vor dem Flüchtlingszustrom unter chronischer Lebensmittelknappheit. In der Region Diffa im Niger hat mehr als die Hälfte der Bevölkerung keinen sicheren Zugang zu Nahrungsmitteln und jedes vierte Kind unter fünf Jahren leidet an akuter Mangelernährung. Verschmutztes Trinkwasser hat in der Region bereits zur Ausbreitung von Cholera geführt. Hunderte von Fällen wurden gemeldet, besonders gefährdet sind Flüchtlingssiedlungen. Die Kämpfe entlang der Grenze führen nun auch zu Vertreibungen innerhalb des Nigers. "Die nun seit über zwei Jahren anhaltende Krise bringt die Menschen hier an den Rand ihrer Überlebenskraft", mahnte CARE-Chef Djossaya. "Es muss dringend mehr humanitäre Hilfe geleistet werden, um die Situation zu stabilisieren."

Quelle: care.de


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