ebola virus emBrüssel. - An Ebola sind bislang fast 10.000 Menschen gestorben. In der belgischen Hauptstadt sind am Dienstag Vertreter von Regierungen und Organisationen zusammengekommen, um eine Zwischenbilanz zu ziehen. Nach Angaben des UN-Beauftragten für Ebola, David Nabarro, sinkt die Zahl der Krankheitsfälle zwar inzwischen. Aber das langfristige Ziel müsse sein die Krankheit komplett auszurotten.  Nach Angaben der Europäischen Kommission wurden bisher 4,38 Milliarden Euro für den Kampf gegen Ebola zugesagt. Davon seien ungefähr 2,15 Milliarden Euro bereits ausgezahlt worden.

Das Kinderhilfswerk World Vision fordert die internationale Gemeinschaft anlässlich der Konferenz auf, den von der Ebola-Epidemie betroffenen westafrikanischen Ländern mehr Unterstützung für Kinder und für die Bewältigung vieler indirekter Folgen der Epidemie anzubieten. Laut einem Bericht der Regierung von Sierra Leone sind mehr als 16.500 Kinder direkt von der Epidemie seit deren Ausbruch vor einem Jahr betroffen. 8.354 Kinder haben einen oder beide Elternteile verloren. Viele dieser Waisen und tausende in Quarantäne gebrachte Kinder leben in Isolation und brauchen dringend psychosoziale Hilfen, während sich die Regierung mit Unterstützung von Organisationen wie World Vision um ihre akuten Bedürfnisse wie Nahrung, Kleidung und Unterkunft sowie eine Unterbringung in Familien bemüht.

Aus Angst vor Ansteckung mit dem gefährlichen Virus sind zahlreiche kranke und unterernährte Kinder in Sierra Leone in den vergangen Monaten auch nicht mehr in Gesundheitsstationen gebracht worden. Durch die Schließung der Schulen wurden mehr junge Mädchen verheiratet oder schwanger. Dies ergaben eigene Erhebungen und Befragungen von World Vision in ländlichen Regionen. "Ebola hat der Gesundheit und den Entwicklungschancen von Kindern einen enormen Tribut abverlangt", sagte Leslie Scott, Landesdirektor von World Vision Sierra Leone und ebenfalls Teilnehmer der Konferenz.  

Vor dem Ausbruch der Seuche hatte Sierra Leone bereits die höchste Müttersterblichkeit und die zweithöchste Kindersterblichkeit weltweit. Das fragile Gesundheitssystem des Landes leidet an Fachkräftemangel und fehlendem Material, wie Medikamente und Ausrüstung. "Die Situation hat sich im vergangenen Jahr weiter verschlechtert", sagte Scott. "Die Konferenz in Brüssel ist eine Gelegenheit für die Entscheidungsträger, eine gut abgestimmte Unterstützung für den Kampf gegen Ebola und in der Aufbauphase danach zu beschließen. Wir müssen bei der Bewältigung der Krise sicherstellen, dass unser Gesundheitssystem und andere Schlüssel-Sektoren, wie Bildung und Landwirtschaft, so aufgestellt werden, dass eine Epidemie wie diese zukünftig verhindert werden kann."

Quelle: worldvision.de


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