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Die "Sea Watch". Foto: privat

Hamburg. - Sie soll ab Mai im Mittelmeer zwischen Malta und der lybischen Küste patroullieren und Flüchtlinge aus Seenot retten: Die "MS Sea-Watch", ein 21 Meter langer und 100 Tonnen schwerer ehemaliger Fischkutter, wird am Freitag (27. März) im Hafen von Hamburg-Finkenwerder getauft. Die private Initiative "Sea Watch" will mit dem Schiff "dem massenhaften Sterben im Mittelmeer und der restriktiven Flüchtlingspolitik der Europäischen Union eine konkrete Antwort" entgegensetzen.

An den europäischen Außengrenzen sind seit 1988 infolge der Abschottungspolitik der Europäischen Union 21.439 Menschen bei dem Versuch umgekommen, die "Festung Europa" zu erreichen. Fast 9.000 von ihnen starben im Mittelmeer, im Kanal von Sizilien, zwischen Italien, Malta und der nordafrikanischen Küste. Das Schiff, mit dem die Freiwilligen Flüchtlingen helfen wollen, wird am Freitag, dem 27. März 2015 um 15 Uhr im Hafen von Hamburg-Finkenwerder getauft.

In dem Projekt "Sea Watch" haben sich ehrenamtliche Seeleute, Ärzte, Anwälte und andere Helfer zusammengeschlossen. Ab Mai wollen sie zwischen Malta und der libyischen Küste in Seenot geratenen Flüchtlingen helfen. In Hamburg ablegen wird das Schiff voraussichtlich Anfang April.

"Wir wollen nicht länger tatenlos zusehen, wie Menschen im Mittelmeer sterben, weil es für sie keinen legalen Weg nach Deutschland beziehungsweise Europa gibt, um hier ihr Recht auf Asyl in Anspruch zu nehmen", erklärte Mitinitiator Harald Höppner am Montag das Projekt. Um den Flüchtlingen zu helfen, solle das Schiff als "schwimmende Telefonzelle" im Notfall Boote der Küstenwache und private Schiffe per Funk um Hilfe rufen. Um selbst direkt Hilfe leisten zu können, befänden sich außerdem hunderte Schwimmwesten und Rettungsinseln an Bord.

Neben moderner Kommunikationstechnik sollen sich laut "Sea Watch" auch Journalisten an Bord des Schiffs befinden. "Wir haben lediglich ein kleines Schiff, mit dem wir versuchen, unseren Teil zu leisten und so viele Menschen wie möglich durch unsere Anwesenheit zu retten und die Informationslücke zwischen Bootsflüchtlingen und Zivilgesellschaft zu schließen", sagte Höppner.

Unterstützt wird die rein privat finanzierte "Sea Watch", die anfangs eine eine Initiative von mehreren Familien aus Brandenburg war, nach eigenen Angaben unter anderem durch "Watch the Med" - ein privates Notruftelefon für Flüchtlinge - sowie die Menschenrechtsorganisationen "Borderline Europe" und "Human Rights at Sea".

Foto: Sea-Watch

Quelle: www.sea-watch.org  | www.fluechtlingsrat-hamburg.de 


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