misereorAachen. - MISEREOR verstärkt seine Unterstützung für die Opfer des verheerenden Erdbebens in Nepal. Das katholische Werk für Entwicklungszusammenarbeit stellte am Mittwoch in Aachen weitere 100.000 Euro für die Nothilfe seiner Partnerorganisationen im Katastrophengebiet zur Verfügung und erhöhte damit seine bisher bewilligten Gelder für diesen Zweck auf knapp eine halbe Million Euro. Gleichzeitig laufen aktuell bereits umfangreiche Maßnahmen für den langfristigen Wiederaufbau. Nach offiziellen Angaben kamen bei der Erdbeben am 25. April mehr als 7.200 Menschen ums Leben. Zehntausende Überlebende wurden verletzt. Das ganze Ausmaß der Katastrophe ist derzeit noch nicht absehbar.

Mit den Geldern, die MISEREOR zur Verfügung gestellt hat, können nach Angaben des Hilfswerks überlebenswichtige Güter des täglichen Bedarfs an Betroffene auch in entlegenen Gebieten geliefert werden, allen voran Zeltplanen, Lebensmittel, sauberes Wasser, Hygieneartikel und Medikamente. "Die Not ist in Nepal nach wie vor unermesslich groß. Deshalb dürfen wir in unserer Hilfe für die dortigen Menschen nicht nachlassen und bitten um weitere Spenden", sagte MISEREOR-Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel, der gleichzeitig für die bisher eingegangenen Spenden herzlich dankte. "Mit dem Geld können unsere Partnerorganisationen nun rund 24.000 Haushalte in Nepal unterstützen."

Nach Angaben der nepalesischen MISEREOR-Partnerorganisation COCAP (Collective Campaign For Peace) sind die Hilfseinsätze für die Erdbebenopfer in vollem Gange. "Soeben haben sich drei LKW-Besatzungen mit Hilfsgütern an Bord auf den Weg in eine entlegene Region im Distrikt Sindhupalchowk gemacht. Sie werden begleitet von einem Team mit vier medizinischen Fachkräften. Weitere drei Lastwagen werden gerade mit Zelten, Lebensmitteln und Hygienematerial beladen und starten ebenfalls in Kürze in das genannte Gebiet", berichtete Saroj Nepal, Programm-Manager von COCAP. "Wir danken sehr den Mitarbeitern von MISEREOR und den großherzigen Menschen in Deutschland, die uns mit ihren Spenden helfen, mit unserer tragischen Situation fertig zu werden."

Als Werk der langfristigen Entwicklungszusammenarbeit forciert MISEREOR auch in der aktuellen Notsituation bereits die Bemühungen um die langfristige und nachhaltige Entwicklung in Nepal. In den nächsten Tagen werden die MISEREOR-Partnerorganisationen "Community Architects Network" (CAN), ein Zusammenschluss erfahrener Architekten, und Asian Coalition for Housing Rights (ACHR) damit beginnen, die Situation in zerstörten Siedlungen mit den dortigen Bewohnern zu analysieren und schnellstmöglich Pläne für den erdbebensicheren Wiederaufbau zu entwerfen. Mit den genannten Netzwerken hat MISEREOR bereits nach anderen Naturkatastrophen in Asien zusammengearbeitet.

Bei allen Überlegungen für den Wiederaufbau stünden auch diverse soziale Aspekte im Vordergrund, betonte Almuth Schauber, Fachreferentin für städtische Entwicklung bei MISEREOR. "Nach Erdbeben sind Querschnittslähmungen von Verschütteten verbreitet. Häufig kommen auch andere, das Leben stark verändernde Verletzungen hinzu, die zum Beispiel eine Amputation zur Folge haben. Die besondere Situation und gesellschaftliche Eingliederung gerade dieser Menschen ist bei allen Planungen mitzubedenken."

Quelle: www.misereor.de  


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