J7 logoBerlin. - Kurz vor dem Treffen der Staats- und Regierungschefs der führenden Industrienationen im bayerischen Elmau haben am Montag 54 Mädchen und Jungen im Alter von 14 bis 18 Jahren aus den G7-Staaten, EU-Ländern und Entwicklungsländern im Kanzleramt ihre Ideen und Forderungen vorgestellt. Mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesjugendministerin Manuela Schwesig diskutierten sie über die Lösung zentraler Zukunftsprobleme der Erde. Seit dem 7. Mai haben sich die Jugendlichen auf dem internationalen Jugendgipfel J7 in Berlin über wirksame Maßnahmen zum Schutz des Planeten, mehr globale Gerechtigkeit und Chancen für alle Kinder und Jugendlichen ausgetauscht.

"Ich finde es richtig, dass diejenigen, die skeptisch auf die Globalisierung schauen, auch immer wieder den Finger in die Wunde legen. Deshalb diskutiere ich auch mit jungen Menschen, wie können wir die Welt besser machen, wie können wir mehr erreichen", erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel anlässlich des Besuchs der Jugendlichen im Kanzleramt.

"Heute haben die Jugendlichen das Wort. Wir müssen ihnen zuhören und sie einbeziehen, wenn es um die Herausforderungen der Zukunft geht. Die differenzierten und engagierten Diskussionen beim J7 machen klar, dass wir gemeinsam mit den jungen Menschen mehr für eine gerechtere und nachhaltigere Entwicklung tun müssen", sagte Bundesjugendministerin Manuela Schwesig.

"Jugendliche finden sich nicht so einfach mit den vermeintlichen Sachzwängen ab, denen sich die meisten Erwachsenen nur zu schnell unterwerfen. Ihre Fragen und Ideen können einen Perspektivwechsel auslösen. Angesichts der fortschreitenden Zerstörung unseres Planeten ist ein Umdenken in vielen Bereichen erforderlich", so der Astronaut und UNICEF-Botschafter Alexander Gerst, der den J7-Gipfel unterstützt.

Die Teilnehmer des J7-Gipfels hoffen, dass ihre Stimmen auf höchster politischer Ebene Gehör finden. "Wir sind der Überzeugung, dass die G7 eine entscheidende Rolle für nachhaltige Entwicklung spielen. Aber wir glauben auch, dass junge Menschen die Initiative ergreifen können und müssen, die Welt wie sie ist zu verändern. Wir müssen unser Schicksal in die Hand nehmen. Wenn wir Jugendliche nicht unsere Stimme erheben, für unsere Ideale aufstehen und für unsere Rechte kämpfen – wer sonst? Wir müssen jetzt handeln", sagte Sang Jin Kim (17) aus Kassel, Mitglied des deutschen J7-Teams.

Die Jugendlichen erarbeiteten eine Deklaration zu den folgenden Themen der G7:

Unsere Erde schützen – Protecting our planet

In diesem Themenbereich stand der Schutz der Meere im Vordergrund. Schwerpunkte waren Wasserverschmutzung, Überfischung und der Schutz der biologischen maritimen Vielfalt. Weitere Themen waren die Müllreduktion, der Klimawandel, der Einsatz erneuerbarer Energien sowie der Einsatz neuer Technologien.

Eine gesunde Zukunft für alle – Building a healthy future for all

Krankheiten durch Armut, zum Beispiel weil gesundheitliche Aufklärung und medizinischer Behandlungsmöglichkeiten fehlen, wurden intensiv diskutiert. Krankheiten wie Ebola, die vor allem in einigen weniger entwickelten Ländern auftreten, haben die Jugendlichen stark beschäftigt. Gleichzeitig treten in Industrienationen neue gesundheitliche Gefährdungen auf, wie Allergien, Diabetes und Antibiotikaresistenzen.

Mädchen und Frauen stärken: eine faire Zukunft für alle – Building an equitable future for all

Die Stärkung von Frauen in ihrer Selbständigkeit und bei ihrer beruflichen Bildung war ein weiteres Schwerpunktthema. Aus Sicht der Jugendlichen gehören dazu die gleiche Teilhabe von Frauen und Männern am Arbeitsmarkt, die gleichen Karrierechancen und der gleiche Lohn für gleiche Arbeit. Frauen stärken heißt auch, Gewalt gegen Frauen nicht länger zu tolerieren. Der Kampf gegen alle Formen von Gewalt gegen Mädchen und Frauen ist darum eine wichtige Zukunftsaufgabe.

Faire Wirtschaft – fair economy

Transparenz bei Handels- und Lieferketten, faire Preise, menschenwürdige Arbeitsbedingungen und damit auch der Kampf gegen Kinderarbeit stand im Fokus dieses Themenbereichs. Aspekte wie Nachhaltigkeit, Umwelt- und Klimafreundlichkeit waren für die Jugendlichen genauso wie wichtig wie die Frage, wieviel Geld vom Preis eines Produktes an die Menschen fällt, die es tatsächlich hergestellt haben.

Weitere Informationen unter j7summit.org

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Quelle: unicef.de


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