Berlin. - Bei dem Petersberger Klimadialog in Berlin treffen sich auf Einladung der deutschen Bundesregierung hochrangige Vertreter von mehr als 30 Ländern, um über Knackpunkte auf dem Weg zu einem internationalen Klimaschutz-Abkommen zu beraten. Dieses soll Ende des Jahres beim Klimagipfel in Paris beschlossen werden. Auch Kanzlerin Merkel und der französische Präsident Hollande nehmen an den Beratungen teil. Nach Auffassung von CARE, Germanwatch und Oxfam kommt der Petersberger Klimadialog zu einem wichtigen Zeitpunkt, wenige Wochen vor dem G7-Gipfel der großen Industriestaaten im bayerischen Schloss Elmau und der Fortsetzung der UN-Klimaverhandlungen Anfang Juni in Bonn.

Sven Harmeling, klimapolitischer Koordinator von CARE, dazu: "Der Klimadialog läutet ein halbes Jahr vor Paris den Endspurt zu  dem dringend benötigten neuen Klimaabkommen ein. Dieses muss einen Meilenstein setzen, der weltweit den Umstieg auf eine klimafreundliche Energieversorgung beschleunigt und Klimaanpassung und Katastrophenvorsorge massiv erhöht. Die Minister beim Klimadialog sollten dies in den Mittelpunkt ihrer Diskussionen stellen und dabei insbesondere auf die Stimmen der besonders vom Klimawandel gefährdeten Länder hören."

"Die Zeichen für eine weltweite Energiewende stehen günstiger denn je. Zugleich läuft uns die Zeit davon, um ein unkontrolliertes Großexperiment mit der Menschheit noch vermeiden zu können. Jetzt  braucht es politischen Willen, um in Deutschland, in Europa und weltweit die notwendigen Schritte durchzusetzen." Bislang sei das "Zwei-Grad-Limit" ein abstraktes Politikziel, noch fehle der Mut, daraus ein klares Signal für Gesellschaft und Investoren zu machen. "Erneuerbare Energien und Energieeffizienz sind heute in großen Teilen der Welt wettbewerbsfähig. Es liegt an der Politik, nun einen klaren Rahmen zu setzen, damit diese bis Mitte des Jahrhunderts fossile Energieträger verdrängen können. Bundeskanzlerin Merkel und Präsident Hollande müssen nun Führungskraft zeigen," sagte Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch.

Jan Kowalzig, Klima-Experte bei Oxfam sagte dazu: "Die von der Europäischen Union, den USA, Japan, Kanada, China und anderen Ländern geplanten Selbstverpflichtungen zum Klimaschutz reichen nicht aus, um den Klimawandel zu stoppen. Um das festzustellen, müssen wir nicht bis zur Weltklimakonferenz in Paris warten. Barbara Hendricks und ihre Amtskollegen müssen deshalb in Berlin verabreden, wie sie die Klimaschutzziele schrittweise steigern werden – auch über die Pariser Konferenz hinaus. Anderenfalls können sie auf der kommenden Weltklimakonferenz gegenüber den Ländern, für die der Klimawandel immer mehr zur Überlebensfrage wird, kaum glaubwürdig auftreten."

Naturkatastrophen, von denen wir in den Nachrichten hören, sind nach Angaben von CARE laute Weckrufe: Es sind immer die ärmsten Menschen, die besonders betroffen sind. Entschlossenes Handeln zum Klimawandel ist daher auch zentral für die Überwindung der Armut weltweit. Deshalb betonte Harmeling: "Wir erwarten von Bundeskanzlerin Merkel, dass sie eindeutig das deutsche Ziel bestärkt, die Klima-Emissionen bis 2020 um 40 Prozent zu verringern. Dazu gehört ein klares Bekenntnis an die internationalen Vertreter, die klimaschädliche Kohlekraft zurückzufahren. Zudem sollte Deutschland die finanzielle Unterstützung für Entwicklungsländer weiter auszubauen."

=> Petersberger Klimadialog

Quelle: care.de | germanwatch.org | oxfam.de


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