Juba. - Die internationale Hilfsorganisation CARE und das International Committee of the Red Cross (ICRC) sind zutiefst besorgt über die Situation im Südsudan. CARE hat am Freitag vor dem dramatischen Anstieg von Mangelernährung gewarnt. Laut aktueller Daten des internationalen Analysetools IPC zur Bewertung von Nahrungskrisen werden im Juli etwa 4,6 Millionen Menschen keinen ausreichenden Zugang zu Nahrungsmitteln haben. Bereits jetzt ist jedes dritte Kind im Bundestaat Unity mangelernährt. Insbesondere Kleinkinder unter zwei Jahren leiden an erheblichen Folgen wie etwa Wachstumsstörungen. Das ICRC berichtete von Gewalt in der Stadt Leer, Häuser wurden zerstört und viele Menschen mussten fliehen.

"Das Ausmaß von Mangelernährung und Nahrungsunsicherheit ist dem aktuellen Konflikt geschuldet", sagte Joel Makii, CARE-Ernährungsexperte im Südsudan. "Frieden ist die einzige Lösung. Aber im Moment spricht niemand über den Frieden, denn alle sind damit beschäftigt, Menschenleben zu retten." Die Inflationsrate im Land steigt, während Preise für bestimmte Nahrungsmittel ebenfalls in die Höhe gehen – bis zu 69 Prozent in einigen Landesteilen. "Die Menschen haben keine Vorräte mehr, sie können ihre Felder nicht mehr bestellen, lokale Märkte sind zusammen gebrochen. Durch Kämpfe und Überschwemmungen sind viele zusätzlich von der Außenwelt abgeschnitten", fügte Makii hinzu. Zudem sind seit dem Ausbruch von Gewalt im Dezember 2013 zehntausende Menschen im Südsudan auf der Flucht.

Das ICRC musste seine Aktivitäten Mitte Mai für eine Woche unterbrechen, vier Fahrzeuge und alle Möbel im ICRC- Gebäude wurden zerstört. "The situation here in Leer is extremely serious. People are only just beginning to come back," sagte Daniel Littlejohn-Carrillo vom ICRC. "We know of several casualties of violence in the villages around here. The needs – in terms of water, food, other forms of health care and shelter – are dire, and we expect them to grow substantially fairly quickly."

Während der Bedarf an Hilfe steigt, sinken jedoch die dafür notwendigen Mittel. Internationale Hilfsmaßnahmen im Südsudan sind bislang zu weniger als einem Viertel finanziert. "Die Bedeutung der humanitären Hilfe in dieser Krise ist wichtiger denn je", sagte Aimee Ansari, Länderdirektorin von CARE Südsudan.

Quellen: care.de | icrc.org


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