oneBerlin. - Zum Welternährungstag (16. Oktober) hat die entwicklungspolitische Lobby- und Kampagnenorganisation ONE die Staats- und Regierungschefs der Welt dazu aufgerufen, sich auf verbindliche Maßnahmen zu einigen, um den weltweiten Hunger bis zum Jahr 2030 zu beenden. Dazu haben sie sich mit Ziel Nummer 2 der kürzlich beschlossenen Globalen Ziele für Nachhaltige Entwicklung (SDG) verpflichtet. Die G7 sollten jetzt konkrete Schritte beschließen, fordert ONE.

Deutschland als G7-Gastgeber müsse sich dafür einsetzen, dass noch in diesem Jahr konkrete Maßnahmen vereinbart werden, um das G7-Versprechen zu erreichen, bis zum Jahr 2030 500 Millionen Menschen aus Hunger und Mangelernährung zu befreien, so ONE. "Noch immer leiden weltweit knapp 800 Millionen Menschen an chronischem Hunger", sagte Tobias Kahler, Deutschland-Direktor von ONE. "In Afrika südlich der Sahara geht jeder vierte Mensch hungrig zu Bett. Über zwei Milliarden Menschen auf der Welt leiden darüber hinaus an Mangelernährung."

ONE begrüßte, dass die Vereinten Nationen und die G7 Armut und Hunger den Kampf angesagt haben. "Den großen Worten der UN und der G7 müssen jetzt Taten folgen", so Kahler. "Wir brauchen Investitionen in die Landwirtschaft sowohl seitens der internationalen Gebergemeinschaft wie auch von den afrikanischen Staaten. Deutschland muss dazu seiner Verpflichtung nachkommen, 0,7 Prozent seiner Wirtschaftskraft für Entwicklungshilfe aufwenden, um weiterhin stark in die Landwirtschaft investieren zu können. Die Kanzlerin selbst hat das 0,7-Prozent-Ziel bei der vergangenen UN-Generalversammlung noch einmal bekräftigt. Die afrikanischen Staaten hingegen sollten das sogenannte Malabo-Versprechen umsetzen. Dazu gehört, 10 Prozent ihrer nationalen Staatshaushalte in Landwirtschaft zu investieren. In Subsahara-Afrika sind Investitionen in die Landwirtschaft elfmal effektiver als Investitionen in anderen Bereichen, um extreme Armut zu beenden."

An die G7 gerichtet, forderte Kahler: "Die G7 müssen noch in diesem Jahr unter Deutschlands Präsidentschaft konkrete und verbindliche Maßnahmen formulieren, wie sie ihr Ziel erreichen wollen. Dafür sollte sich die Bundeskanzlerin stark machen. Diese Maßnahmen müssen zudem öffentlich nachvollziehbar sein. Ohne einen wirksamen Mechanismus zur Überprüfung von Zusagen, können wir den Hunger auf der Welt nicht beenden", so Kahler.

Die Kontrolle der Maßnahmen sei im Bereich Hungerbekämpfung, Landwirtschaft und Ernährungssicherheit besonders wichtig, weil es hier viele verschiedene Zusagen unterschiedlicher Akteure mit verschiedenen Ziel- und Messgrößen sowie Zeitvorgaben gibt, betonte ONE. Um einen ersten Schritt hin zu einem universellem Überprüfungsrahmen zu machen, hat ONE Entwicklungsexperten aus der ganzen Welt zu einem Round Table auf der EXPO in Mailand eingeladen. Während der Veranstaltungen zum World Food Day am Freitag wollen die Experten erörtern, wie ein solches Rahmenwerk ("Accountability Framework") aussehen kann.

Frauen spielen eine zentrale Rolle bei der der Beendigung des Hungers auf der Welt, so ONE. Hätten Frauen den gleichen Zugang zu landwirtschaftlichen Produktionsmitteln wie Männer, könnten bis zu 150 Millionen Menschen aus chronischem Hunger befreit werden. ONE fordert daher, dass die Stärkung von Frauen in der Landwirtschaft in allen Programmen zur Hungerbekämpfung vorkommen muss.

Quelle: www.one.org 


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