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pro asyl logo 200Frankfurt. - Angesichts der Flüchtlingskatastrophe in Europa hat PRO ASYL ein sofortigen Handeln aller EU-Staaten und der USA gefordert. Im reichen Europa seien Schutzsuchende vor dem Winter obdachlos, medizinisch unversorgt und ohne Perspektive, Aufnahme und Schutz zu finden, kritisierte die Menschenrechtsorganisation am Donnerstag in Frankfurt am Main. Die Industriestaaten schauten der Katastrophe tatenlos zu.

PRO ASYL forderte Frankreich, Großbritannien, aber auch die USA und andere auf, den Flüchtlingen auf der Balkanroute Aufnahmeplätze anzubieten. Geschäftsführer Günter Burkhardt warnte vor den dramatischen Folgen eines Europas der Zäune. Noch mehr Tod und Elend würden die Folge sein. Das Lamentieren über die Zahl der Fliehenden und absurde Forderungen nach Obergrenzen seien Teil des Problems und nicht der Lösung. Direkte Hilfe sei das Gebot der Stunde.

"Eine Politik nach dem Motto 'Augen zu, Grenzen zu, Problem gelöst', wie sie der bayerische Ministerpräsident fordert, ist herzlos und nur mit menschenrechtswidrigen Methoden durchzusetzen", sagte Burkhardt. "Die Flüchtlinge aus Syrien, Irak und Afghanistan fliehen vor Terror und Krieg. Die Balkanstaaten und Griechenland sind nicht in der Lage, reguläre Asylverfahren in großer Zahl durchzuführen. Sie versagen aktuell selbst bei der akuten Nothilfe."

PRO ASYL hält das von der EU propagierte Konzept der "Hotspots“ angesichts von bislang 560.000 in diesem Jahr in Griechenland angekommenen Schutzsuchenden für realitätsfern. Es führe aktuell dazu, dass Tausende in Kälte und Nässe Schlange vor dem als "Hotspot“ bezeichneten Elendslager Moria auf Lesbos stünden. Nicht einmal eine rudimentäre staatlich organisierte Versorgung existiere dort. Der zum Konzept der Hotspots gehörende Umverteilungsmechanismus werde in absehbarer Zeit nicht funktionieren. Nur ein geringer Teil der Ankommenden habe über diesen Weg überhaupt eine Chance auf Aufnahme in anderen EU-Staaten. Die Menschen würden so gezwungen, sich unter menschenunwürdigen Bedingungen weiter durch Europa durchzuschlagen.

Auch in diesen Wochen starben in der Ägäis Flüchtlinge beim Versuch, Europa zu erreichen. PRO ASYL fordert deshalb die Wiederaufnahme der Syrien-Aufnahmeprogramme. "Mitarbeiter des PRO ASYL-Projektes auf Lesbos betreuen Überlebende von Bootsunglücken. Viele von ihnen haben Angehörige in Deutschland. Vor allem Kinder sterben bei der gefährlichen Überfahrt. Bis 2014 gab es zumindest für einen Teil der Syrer mit Angehörigen in Deutschland noch die Möglichkeit, legal einzureisen. Die Beendigung des Aufnahmeprogrammes, die fehlende Möglichkeit so oder auf andere Weise Visa zu erhalten, verursacht die chaotischen Verhältnisse mit Todesfolge, die die Politik dann beklagt", erklärte PRO ASYL.

Quelle: www.proasyl.de 


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