oneBerlin. - Die Bundesregierung beschäftigt sich verstärkt mit der Unterstützung von Frauen in armen Ländern, unter anderem durch die G7 Konferenz zur wirtschaftlichen Stärkung von Frauen in Entwicklungsländern (9./10.November). Die Kampagnenorganisation ONE begrüßt dieses Engagement, da Frauen und Mädchen überproportional stark von extremer Armut betroffen sind. Die Organisation kritisiert jedoch, dass hierbei die Aspekte der Landwirtschaft und Gesundheit vernachlässigt werden.

"Armut ist sexistisch, denn Frauen sind besonders stark von Armut und Hunger betroffen", sagte Tobias Kahler, Deutschlanddirektor von ONE. "Daher begrüße ich sehr, dass die G7 unter deutscher Präsidentschaft die Stärkung von Frauen auf die Agenda gesetzt und erste Schritte unternommen hat, um den Text des G7-Abschlussdokuments mit Leben zu füllen. Wir können Armut und Hunger nicht beenden, wenn wir die Hälfte der Weltbevölkerung außer Acht lassen." Insbesondere im landwirtschaftlichen Bereich läge enormes Potential: "Bekämen Frauen den gleichen Zugang zu Saatgut, Geräten und Land wie Männer, müssten bis zu 150 Millionen Menschen weniger hungern. Um Armut und Hunger den Kampf anzusagen, müssen wir Frauen und Mädchen im landwirtschaftlichen Bereich stärken. Nur, wenn sie ihr volles Potential entfalten können, haben wir eine Chance, die Globalen Ziele für Nachhaltige Entwicklung zu erreichen. Dazu sind neben einer stärkeren wirtschaftlichen Einbindung kluge Investitionen zur Stärkung von Frauen und Mädchen im Landwirtschafts- und Gesundheitsbereich nötig."

IN DEUTSCHLAND STERBEN PRO 100.000 GEBURTEN 7 FRAUEN, IN SIERRA LEONE 1.100

Die Weltgemeinschaft hat sehr große Fortschritte bei der Reduzierung der Mütter- und Kindersterblichkeit gemacht, dennoch bleibe einiges zu tun: "Für eine Frau in Sierra Leone ist die Wahrscheinlichkeit, bei der Geburt zu sterben, mehr als 157-mal größer als für eine Frau in Deutschland“, so Kahler. „Das dürfen wir nicht hinnehmen. Wenn alle Frauen Zugang zu den Gesundheitsleistungen hätten, wie sie von der Weltgesundheitsorganisation empfohlen werden, würde die Zahl der Sterbefälle bei Müttern um 67 Prozent und bei Neugeborenen um 77 Prozent zurückgehen. Doch es sind nicht nur mehr Investitionen in die Gesundheit von Frauen und Mädchen nötig, die Gesundheitsprogramme müssen auch besser auf sie zugeschnitten werden" sagte Kahler weiter.

ONE BEGÜẞT NEUE PARLAMENTARIER-INITIATIVE FÜR MEHR UND BESSERE DATEN

ONE fordert mehr und bessere Daten, um festzustellen, wo mehr Einsatz für Frauen und Mädchen nötig ist. Zudem sollen anhand der Daten gemachte Fortschritte überprüft und Regierungen zur Rechenschaft gezogen werden. "Mehr und bessere Daten über Frauen und Mädchen sind unerlässlich, um sie sinnvoll zu stärken", so Kahler. "Aktuell wird ein Drittel aller Geburten und zwei Drittel aller Todesfälle bei Neugeborenen und Kindern gar nicht registriert." Deshalb begrüßt ONE ausdrücklich, dass sich die Koalitionsfraktionen vergangene Woche mit einem Antrag für Verbesserungen unter anderem bei der Geburtenregistrierung in Entwicklungsländern eingesetzt haben: "Geburtenregistrierung ist nicht nur Voraussetzung für die Erlangung von Grundrechten, genaue Zahlen über die Bevölkerung können auch Erkenntnisse im Gesundheitsbereich liefern. Interessant ist daher auch die Überlegung der Parlamentarier, die Geburtenregistrierung mit Impfprogrammen zu koppeln."

Quelle: one.org


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