handicapBerlin. - Die internationale Landminenkampagne hat am Donnerstag den jährlichen Bericht über die weltweiten Probleme durch Landminen und über die Umsetzung des Minenverbots veröffentlicht. Handicap International als Gründungsmitglied der Kampagne erinnert aus diesem Anlass an das Versprechen bei der Überprüfungskonferenz des Verbotsvertrags im Juni 2014, die Welt bis 2025 von Minen zu befreien. Der aktuelle "Landmine Monitor" zeige jedoch, dass die Zahl der durch Minen verletzten oder getöteten Menschen wieder steigt. Die Vertragsstaaten sollten ihre Anstrengungen deshalb deutlich erhöhen, um diese Bedrohung aus der Welt zu schaffen.

"Unsere Hoffnungen waren groß, als sich die Unterzeichnerstaaten des Minenverbotsvertrags im letzten Jahr in der mosambikanischen Hauptstadt Maputo dazu verpflichteten, die Welt bis 2025 von Minen zu befreien", erinnerte sich Eva Maria Fischer, Kampagnensprecherin von Handicap International Deutschland. "Sie haben zehn Jahre Zeit, um Entminungsprogramme abzuschließen, Bestände zu zerstören und die langfristige Unterstützung der Überlebenden zu gewährleisten. Wir rufen insbesondere Unterzeichnerstaaten, deren Gebiete kontaminiert sind, dazu auf, in ihren Bemühungen nicht nachzulassen. Dazu braucht es aber auch den erhöhten Einsatz der Geldgeber, damit die Finanzierung von Räumungsarbeiten wieder neuen Schwung bekommt."

Dass die Räumung in etlichen verminten Ländern nur langsam vorwärts kommt, lasse Zweifel aufkommen am politischen Willen, das große Ziel wirklich zu erreichen. 27 von 33 Unterzeichnerstaaten mit verseuchten Gebieten wurden bereits Aufschübe bezüglich der Fristen zur Minenräumung gewährt. Das Beispiel Mosambiks, das sich am 17. September 2015 offiziell für minenfrei erklärt hat, zeige, dass der Kampf gegen Minen auch in einem armen Land gewonnen werden kann. Handicap International hat zwischen 1998 und 2015 16 Millionen Quadratmeter Land entmint.

MEHR ALS 3.600 OPFER IM JAHR 2014

Laut Landmine Monitor 2015 wurden im letzten Jahr 3.678 Menschen durch Minen oder explosive Überreste getötet oder verletzt. Dies bedeutet wieder einen Anstieg um 12 Prozent, nachdem die Zahl der Opfer im Vorjahr einen Tiefststand erreicht hatte. Da viele Unfälle nicht registriert würden, besonders in aktuellen Kriegsgebieten, sei die wirkliche Zahl jedoch vermutlich noch deutlich höher. In 11 Staaten wurde der Einsatz von Minen und Sprengfallen beobachtet - in Afghanistan, dem Irak, dem Jemen, Kolumbien, Libyen, Myanmar, Nordkorea, Pakistan, Syrien, Tunesien und der Ukraine - doch nur in Myanmar, Nordkorea und Syrien durch staatliche Truppen. Der Monitor berichtet auch über vermehrte Einsätze von "improvised explosive devices", z.B. Sprengfallen, durch nichtstaatliche bewaffnete Gruppen.

Rund um den Globus sind 57 Staaten und vier Gebiete weiterhin durch Minen verseucht. In 43 Ländern führt Handicap International Minenräumaktionen und Risikoaufklärung durch, betreut Opfer oder organisiert Kampagnen, darunter in Syrien, im Irak und in der Ukraine.

=>Landmine-Monitor 2015

Quelle: handicap-international.de


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