bmz 100Berlin. - Angesichts der aktuellen Lage hat die Bundesregierung dem UN-Kinderhilfswerk UNICEF für dessen Hilfe für Kinder in den drängendsten Kriegs- und Krisenregionen erheblich mehr Mittel zugesagt. Im Jahr 2015 würden insgesamt mer als 250 Millionen Euro zur Verbesserung der Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen in Krisenregionen zur Verfügung gestellt; eine Steigerung gegenüber 2014 von rund 100 Millionen Euro, teilte das Entwicklungsministerium (BMZ) am Donnerstag in Berlin mit.

Schwerpunkte sind nach BMZ-Angaben dabei vor allem Syrien und der Irak sowie deren Nachbarländer Jordanien, Libanon und Türkei. Aber auch für Krisenländer wie Jemen, Libyen, Afghanistan und der Ukraine will die Bundesregierung gemeinsam mit UNICEF die Situation von Kindern und Jugendlichen verbessern.

"Die Weltgemeinschaft muss alles dafür tun, das unvorstellbaren Leid und Unrecht zu beenden, das die Menschen in den Krisenländern tagtäglich erleben. Der nahe Winter macht die Situation noch unerträglicher. Millionen Kinder sind betroffen. Sie sind unsere Zukunft, sie brauchen Perspektiven, Nahrung, Gesundheitsversorgung und Bildung", sagte Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU). "Die bisherige Zusammenarbeit mit UNICEF zeigt uns, dass so die Hilfe schnell und unbürokratisch bei den Betroffenen ankommt. Wir werden daher einen Teil unseres Winterpakets gemeinsam mit dem Kinderhilfswerk umsetzen."

Die Leiterin von UNICEF-Syrien, Hanaa Singer, sagte in Berlin: "Die große Unterstützung aus Deutschland ist ein Hoffnungssignal für Kinder. Die Mittel werden zum richtigen Zeitpunkt bereit gestellt, wo es enormen Hilfsbedarf gibt, um die Gesundheits- und Wasserversorgung sowie Bildungsmöglichkeiten für Kinder in Syrien und seinen Nachbarländern sicher zu stellen. In Syrien sind heute zum Beispiel 70 Prozent der Bevölkerung auf UNICEF-Hilfe bei der Versorgung mit Trinkwasser angewiesen."

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ist seit Jahren eine der wichtigsten Stützen der UNICEF-Hilfe in den Ländern, die besonders vom Bürgerkrieg in Syrien betroffen sind. Im Jahr 2014 war Deutschland unter den weltweiten Regierungen, die UNICEF unterstützen, der viertgrößte Geber.

Mit dem Programm "No Lost Generation" wurden bereits Hunderttausenden Flüchtlingskindern im Libanon und Jordanien Bildungschancen in Notschulen und psychosoziale Hilfen eröffnet. Kinder wurden auch mit Schulmaterial ausgestattet und erhielten Förderunterricht, um zum Beispiel nach längerer Unterbrechung der Schulzeit den Anschluss wieder zu finden.

Mit über 100 Millionen Euro finanziert das BMZ das libanesische Schulprogramm "Reaching all Children with Education" im Schuljahr 2014/2015 und unterstützt so 49.000 syrische Flüchtlingskinder und 11.000 bedürftige libanesische Kinder. Im kommenden Schuljahr können laut BMZ bis zu 200.000 Kinder im Libanon eingeschult werden. In der Türkei sollen bis zu 157.000 Kinder und Jugendliche Zugang zu Bildung erhalten. Im Jemen stehen 22 Millionen Euro für Sanitärprogramme zur Verfügung. Mit sechs Millionen Euro können dort kurzfristig 200.000 Schulplätze gesichert und psychosoziale Betreuung für Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte zur Verfügung gestellt werden.

Quelle: www.bmz.de | www.unicef.de 


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