Sri LankaBerlin/Oxford/Colombo (epo). Die internationale Hilfsorganisation Oxfam hat die Regierungen von Sri Lanka und Indonesien aufgefordert, den Überlebenden der Tsunami-Katastrophe in Südasien mehr geeignetes Land zum Bau von Häusern zur Verfügung zu stellen. Vor einem Treffen des Tsunami-Sonderbeauftragten der Vereinten Nationen, Bill Clinton, mit Regierungsvertretern in beiden Ländern warf Oxfam den Verantwortlichen Konzeptlosigkeit bei der Landfrage vor.

Clinton trifft am heutigen Dienstag in Sri Lanka ein und reist am Mittwoch nach Indonesien weiter, um sich über die Wiederaufbau-Anstrengungen zu informieren. Obwohl in beiden Ländern bereits tausende fester Häuser errichtet worden seien, würden schnelle Fortschritte dadurch verhindert, "dass die Regierungen nicht über Konzepte verfügen, um allen, die durch den Tsunami ihr Land verloren haben, neues Land zur Verfügung zu stellen", so Oxfam.

Oxfam unterstützt die Bemühungen des UN-Sonderbeauftragten Clinton, sicherzustellen, dass angemessenes Land zur Errichtung ständiger Häuser bereitgestellt wird. "Tausende fester Häuser für Tsunami-Überlebende wurden bereits errichtet, aber wenn nicht für diejenigen, die ihr Land verloren haben, neues bereitgestellt wird, wird der Wiederaufbauprozess extrem verzögert", sagte Paul Bendix, Direktor von Oxfam Deutschland.

Nach Angaben von Oxfam stehen in der Katastrophenregion große Gebiete unter Wasser oder sind unbewohnbar. Auf anderen darf nicht wieder gebaut werden, weil sie zur "Küsten-Pufferzone" erklärt wurden. Bisher habe die indonesische Regierung keine Politik, um den Landlosen zu helfen. In vielen Fällen könne der Wiederaufbauprozess deshalb noch nicht beginnen. In Sri Lanka habe die Regierung Land bereitgestellt, aber teilweise sei nicht geeignet, etwa wenn Gemeinden, die vom Fischfang leben, Land angeboten wurde, dass zu weit vom Meer entfernt liegt.

Es gebe aber auch Erfolgsgeschichten, wie in den beiden Dörfern in Lhoong in der indonesischen Provinz Aceh, wo Oxfam gemeinsam mit der Gemeinde erfolgreich Lobbyarbeit bei den lokalen Behörden geleistet habe, die beim Kauf neuen Landes Hilfe leisten. Hier habe der Wiederaufbau längst begonnen.

"In Einzelfällen gibt es Fortschritte. Die guten Beispiele müssen überall in der Region Schule machen. Der Besuch Clintons ist ein willkommener Anlass, darauf zu drängen, dass sie zur Norm für alle werden", sagte Bendix.

 Oxfam Deutschland


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