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diakonieBerlin. - Mehr als zwei Millionen syrische Flüchtlinge haben in der Türkei Zuflucht gefunden. Rund 85 Prozent der Familien leben laut Angaben der Vereinten Nationen (UN) außerhalb der offiziellen Flüchtlingslager. Die Diakonie Katastrophenhilfe unterstützt gemeinsam mit der türkischen Partnerorganisation Support to Life (STL) Flüchtlinge in Diyarbakir, Batman und Istanbul. Das durch die humanitäre Hilfe der Europäischen Kommission mit 4,5 Millionen Euro geförderte Programm soll bis Mitte nächsten Jahres rund 28.800 Menschen erreichen.

"Nach vier Kriegsjahren sind die Ersparnisse der Menschen aufgebraucht. Die Flüchtlinge haben aufgrund ihrer rechtlichen Situation in der Türkei kaum Zugang zu Einkommen, viele verschulden sich", berichtete Martin Keßler, Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe. "Die Familien brauchen Perspektiven, um sich eine neue Existenz aufzubauen. Sie benötigen Arbeit und die Möglichkeit, ihre Kinder in Schulen zu schicken."

Offiziell haben syrische Flüchtlinge in der Türkei einen sogenannten Gast-Status, der ihnen - zeitlich begrenzt - Schutz und Zugang zu medizinischer Versorgung sowie den Kindern den Besuch von Schulen ermöglicht. Die Aufnahme von Arbeit ist bisher lediglich inoffiziell möglich. Die Diakonie Katastrophenhilfe unterstützt daher Flüchtlinge durch Geldkarten, die zum Einkauf von Grundnahrungsmitteln benutzt werden können. Die Geldkarten ermöglichen den Familien, nach ihrem Bedarf einzukaufen. Ziel ist es, besonders bedürftige Familien zu unterstützen.

Dende M. ist mit ihren Töchtern aus Kobane in die türkische Millionenstadt Diyarbakir geflohen. Die 52-jährige Witwe fand wie viele andere Flüchtlingsfamilien Zuflucht in einem der einfachen Stadtviertel im Zentrum der Millionenstadt. "Nur mein Schwiegersohn verdient etwas Geld durch Gelegenheitsjobs, das reicht gerade mal für die Miete. Mit acht Personen leben wir in zwei Zimmern", sagt sie. Wie ihr geht es Tausenden anderen, allein in Diyarbakir leben etwa 20.000 Geflüchtete.

In den Projekten werden die Familien auch beraten. Gerade Flüchtlinge, die außerhalb von offiziellen Lagern Zuflucht finden, wissen oft nicht, welche Hilfsleistungen ihnen zustehen. Und ihnen fehlen Türkisch-Kenntnisse, um diese einzufordern. "Wir stehen den Geflüchteten mit Beratung, Übersetzung oder auch Transport zur Seite", so Sema Karaosmanoglu, Leiterin der Partnerorganisation STL. Daneben braucht es Einkommens- und Bildungsangebote: "Es leben rund 900.000 syrische Kinder in der Türkei", so Karaosmanoglu. "Diese Kinder müssen endlich Zugang zu Schulbildung erhalten."

Quelle: www.diakonie-katastrophenhilfe.de 


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