VENROBerlin. - Der Verband Entwicklungspolitik und humanitäre Hilfe (VENRO) wird am 19. Dezember 20 Jahre alt. Der Dachverband der entwicklungspolitischen und humanitären Nichtregierungsorganisationen (NRO) in Deutschland ist in diesem Zeitraum von 57 Mitgliedsorganisationen auf 124 Mitglieder angewachsen. Angesichts zunehmender Krisen und Konflikte wachsen auch die Aufgaben.

VENRO wurde am 19. Dezember 1995 in Bonn gegründet. Der Verband sollte die Interessen der entwicklungspolitisch tätigen Organisationen der Zivilgesellschaft bündeln und ihren Anliegen in der Öffentlichkeit und in der Politik mehr Gehör verschaffen. Dies gestaltete sich mitunter schwierig - angesichts nicht immer deckungsgleicher Positionen und angesichts des politischen Übergewichts bedeutender Mitgliedsorganisationen wie der Welthungerhilfe oder der großen kirchlichen Hilfswerke.

Die politische Bedeutung des Verbandes wuchs in den vergangenen 20 Jahren kontinuierlich, auch wenn VENRO nicht zu allen Themen schnell genug in der Öffentlichkeit präsent war. "Positionen werden bei VENRO in Arbeitsgruppen erarbeitet, und dort, wo es noch keine gemeinsame Position gibt, ist es schwer sich spontan zu melden", räumte der kürzlich wiedergewählte Vorstandsvorsitzende Bernd Bornhorst, Leiter der Abteilung für Politik und globale Zukunftsfragen beim katholischen Hilfswerk Misereor, in einem Interview ein.

Von Anfang an war die Lobbyarbeit eine wichtige Aufgabe des Verbandes. Viele nichtstaatliche Organisationen hatten erkannt, dass die Einflussnahme auf die Nord-Süd-Politik im eigenen Land und auf internationaler Ebene ebenso wichtig ist wie die Helfer-Rolle in den Ländern des Südens. Die Lobbyarbeit hinter den Kulissen geht naturgemäß auf Kosten der Kritikfähigkeit in der Öffentlichkeit. Bernd Bornhorst: "Einzelne Mitglieder können sich leichter kritisch und zugespitzt äußern als ein Verband, der mit der Politik im Dialog ist und das auch bleiben will."

Für die Zukunft hat der Verband sich vorgenommen, beispielsweise bei den UN-Nachhaltigkeitszielen stärker mit Gewerkschaften und Sozialverbänden zusammenzuarbeiten. VENRO will sich nicht nur auf die entwicklungspolitische Ebene beschränken. Wie die aktuelle Flüchtlingskrise zeigt, sind innenpolitische und entwicklungspolitische Arbeitsfelder immer enger miteinander verwoben. Entsprechend will man Kohärenz nicht nur von der Politik einfordern, sondern auch selbst praktizieren.

"Die Flüchtlingssituation, der Klimawandel und die weltweiten Konflikte zeigen, dass wir Probleme nicht mehr isoliert betrachten können. Alles hängt mit allem zusammen", sagt Bernd Bornhorst. "Es war schon immer das zentrale Anliegen von Entwicklungspolitik, ungerechte Strukturen abzubauen und eine gerechte Verteilung von Lebenschancen zu ermöglichen. Dafür wird sich VENRO auch in Zukunft stark machen."

=> www.venro.org 


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