unicef syriaappeal

Rom. - Mehr als 100 Hilfs- und UN-Organisationen haben sich am Donnerstag mit einem Appell an Menschen weltweit gewandt, ihre Stimme zu erheben und ein Ende der Krise in Syrien und des Leidens von Millionen Zivilisten zu fordern.

Der Appell zeigt auch eine Zahl unmittelbarer, praktischer Schritte auf, die den Zugang für Helfer und die Lieferung von Hilfsgütern zu den notleidenden Menschen in Syrien verbessern können.

Die Zivilgesellschaft kann den Appell selbst unterzeichnen, indem sie ihn in den Sozialen Netzwerken teilt, retweetet oder liked - die Organisationen verbreiten den Appeal auf all ihren Kanälen, zusammen mit einem  60-Sekunden Video, das die dramatischen Folgen von fast 60 Monaten Konflikt in Syrien vor Augen führt.

APPELL, DAS LEIDEN IN SYRIEN ZU BEENDEN

Vor drei Jahren richteten die Vertreter der UN-Hilfsorganisationen einen dringenden Appell an diejenigen, die den Konflikt in Syrien beenden könnten. Sie forderten, alles zu tun, um die syrische Bevölkerung zu retten. „Es reicht“, sagten sie, angesichts des Blutvergießens und Leids der Menschen.

Das war vor drei Jahren.

Nun beginnt bald das sechste brutale Jahr dieses Krieges. Das Blutvergießen geht weiter, das Leid wächst.

Heute appellieren wir – die Vertreter von Nichtregierungs- und UN-Organisationen – darum nicht nur an Regierungen, sondern an jeden von Ihnen, ebenfalls Ihre Stimme zu erheben und ein Ende des Blutbades zu fordern. Zu fordern, dass alle Parteien ein Abkommen für einen Waffenstillstand und einen Weg zum Frieden schließen.

Mehr als jemals zuvor muss auf der Welt eine gemeinsame öffentliche Stimme zu hören sein, die das Ende dieser Verbrechen verlangt. Denn dieser Konflikt und seine Folgen betreffen uns alle.

Er betrifft alle Syrer, die ihre Angehörigen, Freunde und ihre Lebensgrundlage verloren haben, die durch den Krieg entwurzelt wurden, die verzweifelt in belagerten Städten leben. Heute brauchen rund 13,5 Millionen Syrer humanitäre Hilfe. Das ist nicht nur eine Zahl. Das sind 13,5 Millionen Schicksale, Menschen, deren Leben und Zukunft in Gefahr sind.

Er betrifft Familien mit wenigen Aussichten auf eine bessere Zukunft, die auf der Suche nach Schutz und Sicherheit zur gefährlichen Reise in fremde Länder aufbrechen. In diesem Krieg sind bereits 4,6 Millionen Menschen in die Nachbarländer und weiter geflohen.

Er betrifft eine Generation Kinder und Jugendlicher, die – ihrer Ausbildung beraubt und traumatisiert durch die Gräuel, die sie erleben mussten – einer Zukunft entgegenblicken, die einzig und allein von Gewalt geprägt ist.

Er betrifft Menschen weit über Syrien hinaus: Menschen, die erlebt haben, wie die gewaltsamen Auswirkungen der Krise die Straßen, Büros und Restaurants unweit ihres Zuhauses erreicht haben.

Er betrifft auch all die Menschen auf der Welt, deren wirtschaftliches Wohlergehen – sei es direkt oder indirekt – vom Konflikt betroffen ist.

Diejenigen, die die Möglichkeit haben, dem Leid ein Ende zu setzen, können und müssen jetzt handeln. Bis es eine diplomatische Lösung erreicht wurde, zählt dazu:

  • Ungehinderter und unbeschränkter Zugang für humanitäre Organisationen, um den notleidenden Menschen innerhalb Syriens umgehend zu helfen;
  • Humanitäre Feuerpausen und uneingeschränkte, überwachte Waffenstillstände, um die Zivilbevölkerung mit Nahrungsmitteln und weiteren Hilfsgütern zu versorgen, Impfungen und andere Gesundheitskampagnen durchzuführen und Kindern zu ermöglichen, wieder in die Schule zu gehen;
  • Das Ende von Übergriffen auf die zivile Infrastruktur – damit Schulen, Krankenhäuser und die Wasserversorgung sichergestellt sind;
  • Bewegungsfreiheit für die Zivilbevölkerung sowie sofortige Aufhebung aller Belagerungen durch alle Konfliktparteien.

Das sind konkrete Maßnahmen. Es gibt keinen triftigen Grund, warum sie nicht in die Tat umgesetzt werden könnten – wenn der Wille dazu vorhanden ist.

Für unsere Menschheit. Für Millionen unschuldige Menschen, die schon so viel Leid ertragen mussten. Und für weitere Millionen, deren Leben und deren Zukunft auf dem Spiel stehen, rufen wir dazu auf, jetzt zu handeln. 

Jetzt.

=> Mitzeicher/innen

Photo: © UNICEF/UNI171863/Yurtsever

Quelle: wfp.org


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