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diakonieBerlin. - Die Pläne vieler Staaten entlang der Balkanroute, die Grenzen für Flüchtlinge zu schließen, wird zu einer Verschärfung der humanitären Situation für Flüchtlinge führen. Das befürchtet die Diakonie Katastrophenhilfe. Die Organisation kündigte am Donnerstag in Berlin an, sie werde ihre Hilfen für Flüchtlinge in Serbien und Griechenland angesichts der sich zuspitzenden Lage ausweiten.

Nach Angaben des UNHCR überqueren aktuell täglich rund 1.000 Flüchtlinge aus Mazedonien kommend die serbische Grenze. Gleichzeitig verlassen zwischen 600 und 1.200 Flüchtlinge das Land Richtung Kroatien. Einige Hundert von ihnen wurde die Weiterreise bereits verwehrt. Das bedeute, dass die Flüchtlinge länger, nicht nur wie bisher einige Tage, in ohnehin wirtschaftlich schwachen Ländern wie Serbien und Griechenland bleiben müssten, erklärte die Diakonie Katastrophenhilfe.

"Egal, welche politischen Ideen zur Entschärfung der Flüchtlingssituation gerade diskutiert werden, darüber sollte nicht das Eigentliche vergessen werden: Es geht um Familien, die ihr Land aus Not verlassen haben und nun nicht ständig neuen Gefahren für Leib und Leben erfahren sollten. Sie sind in eisigen Temperaturen unterwegs und brauchen dringend feste Unterkünfte, medizinische Versorgung, Nahrung und Kleidung, seelische Unterstützung", sagte Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilfe. "Unsere ethische und völkerrechtliche Verpflichtung gegenüber jedem Menschen ohne Ansehen der Person endet nicht an nationalen Grenzen und lässt sich nicht durch Grenzschließungen mal eben begrenzen."

Geplante Grenzschließungen treiben die Menschen nur auf immer neue gefährlichere und teurere Wege, auf denen im Moment keinerlei Systeme der Hilfe vorhanden sind. "Grenzschließungen halten Menschen zudem länger in Ländern fest, die zur Hilfe kaum in der Lage sind. Beispiel Serbien. Wegen der Sparauflagen der Weltfinanzorganisationen darf die serbische Regierung nicht einmal mehr Mitarbeitende für die Bewältigung der größer werdenden Anzahl und längere Verweildauer der Flüchtlinge einsetzen und erhält keinerlei EU-Mittel zur Unterstützung ", sagte Füllkrug-Weitzel.

In Serbien verteilt die Diakonie Katastrophenhilfe mit ihrer Partnerorganisation Nahrungsmittel und Hygieneartikel und kümmert sich in den Aufnahmezentren in Presevo und Sid um sanitäre Einrichtungen und Heizungen. "Jetzt geht es um mehr wetterfeste Unterkünfte. Die Kälte setzt den Menschen sehr zu. Die Nachricht von mittlerweile überall drohenden Grenzschließungen führt zusätzlich zu Verzweiflung", berichtete Martin Keßler, Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe.

In Griechenland gibt es bereits Tausende von Flüchtlingen, die auf dem Festland festsitzen, u. a. weil ihnen die Weiterreise über Mazedonien in der letzten Woche verwehrt wurde. Deshalb ist die Diakonie Katastrophenhilfe mittlerweile neben den griechischen Inseln verstärkt auch in Athen für Flüchtlinge im Einsatz. In Suppenküchen haben die Partner aus dem kirchlichen Netzwerk der ACT Alliance bereits 10.000 warme Mahlzeiten ausgegeben. Gleichzeitig beobachten die Partner der Diakonie Katastrophenhilfe einen Anstieg der Flüchtlingszahlen auf kleineren Inseln, die Nahe der türkischen Küste liegen. Neben den Inseln Kos, Chios und Samos sollen die Hilfsmaßnahmen daher nun auch auf Oinouses, Farmakonisi und Kalymnos ausgeweitet werden.

Quelle: www.diakonie-katastrophenhilfe.de 


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