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Berlin. - Die Kämpfe in den Regionen von Aleppo und Idlib im Nordwesten Syriens verschärfen sich weiter. Immer mehr Schulen geraten dabei unter Beschuss. In nur einer Woche sind in und um sechs Partnerschulen von Save the Children Bomben und Granaten eingeschlagen. Vier haben Schäden davon getragen, und in drei Fällen gab es Opfer unter den Kindern und Mitarbeitern, berichtete die Kinderhilfsorganisation am Freitag.

Bei einem Angriff in Idlib wurde ein Mädchen nur wenige hundert Meter von einer Schule entfernt von einer Fassbombe getötet. Ein anderes Schulgelände geriet während des Unterrichts unter Granatenbeschuss, ein Wachmann erlitt dabei schwere Verletzungen. In einem weiteren Fall berichten Schulmitarbeiter, dass eine Fassbombe direkt ihr Gebäude getroffen und die oberen Stockwerke zerstört habe.

"Drohnen, Helikopter und Kampfflugzeuge fliegen den ganzen Tag lang über das Gebiet hinweg - Kinder sind völlig verängstigt, und ihre Eltern wollen sie nicht mehr zum Unterricht schicken, weil die Umgebungen der meisten Schulen attackiert werden", sagte ein Mitarbeiter der Partnerorganisation Violet.

Helle Thorning-Schmidt, Geschäftsführerin von Save the Children International, ergänzte: "In vielen Regionen Syriens nehmen Kinder riesige Gefahren auf sich, um weiter lernen zu können. Sie lernen in Kellern und müssen auf dem Weg zur Schule und zu Prüfungen Scharfschützen ausweichen und gefährliche Checkpoints passieren."

Auch die Lehrer bewiesen großen Mut, indem sie weiter unterrichteten oder informelle Schulen aufbauten, so Thorning-Schmidt: "Trotz allem können zwei Millionen Kinder in Syrien derzeit nicht zur Schule gehen. Selbst in einem solchen Konflikt muss das Recht der Kinder gewahrt bleiben, zu lernen und zu spielen – und zwar ohne dass die Mädchen und Jungen ständig Angst haben müssen, umgebracht zu werden. Ein Waffenstillstand ist dringend notwendig!"

Ende Juli wurden zeitweise alle Schulen in Aleppo wegen der eskalierenden Gewalt geschlossen. Auch in Idlib mussten viele Einrichtungen für Tage oder sogar Wochen schließen. Im vergangenen Monat sind in den Schulen, die Save the Children unterstützt und weiter betreibt, wegen des Konflikts zusammengenommen 65 Unterrichtstage ausgefallen. Mindestens 16 Schulen wurden entweder direkt beschossen, durch Bombenangriffe in der Umgebung beschädigt oder sie wurden anderweitig dazu gezwungen, den Unterricht auszusetzen.

Die Berichte über die Angriffe auf unsere Partnerschulen zeigen derweil nur einen Teil des verheerenden Ausmaßes. Seit inzwischen fünf Jahren werden Schulen angegriffen, zerstört oder besetzt – und damit Kinder ihrer Bildung beraubt.

Quelle: savethechildren.de


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