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Berlin.- Heute leben weltweit etwas mehr als 60 Millionen zehnjährige Mädchen, 89 Prozent von ihnen in Entwicklungsländern. Viele von ihnen werden noch vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet, bekommen im Teenageralter ein Kind und haben keine Aussicht auf eine gute Schulbildung. Wenn in ihre Bildung und Gesundheitsversorgung investiert wird, kann dies die Entwicklung armer Länder deutlich voranbringen. Das geht aus dem  UNFPA-Weltbevölkerungsbericht "10: Wie unsere Zukunft von Mädchen in diesem Alter abhängt" hervor, der am Donnerstag veröffentlicht wurde.

"Fast neun von zehn jungen Mädchen leben in Entwicklungsländern und sind prekären Lebensbedingungen ausgesetzt", sagte Bettina Maas, Repräsentantin des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) in Mosambik. "Weltweit  gehen rund 62 Millionen heranwachsende Mädchen nicht zur Schule – unter anderem aufgrund von Kinderehen und früher Schwangerschaft, weil sie im Haushalt arbeiten müssen oder weil sie auf der Flucht sind. Das ist eine gravierende Verletzung ihrer Menschenrechte. Mit der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung haben sich 193 Länder der Vereinten Nationen dazu verpflichtet, bei den Entwicklungsfortschritten bis zum Jahr 2030 niemanden zurückzulassen. Das bedeutet, dass dringend mehr für die Lebensperspektiven der heute zehnjährigen Mädchen getan werden muss."

Der Bericht empfiehlt unter anderem eine hochwertige Sekundarschulbildung, eine maßgeschneiderte Gesundheitsversorgung, eine umfassende Sexualaufklärung, Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt sowie striktere Gesetze zum Beispiel gegen Genitalverstümmelung und Kinderehen – einschließlich Durchsetzung dieser Gesetze in der Rechtspraxis.

Jeden Tag werden rund 47.700 Mädchen verheiratet„Nach wie vor werden die Rechte von Mädchen mit Füßen getreten“, sagt Renate Bähr, Geschäftsführerin der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW), der Herausgeberin der deutschen Fassung. "Weltweit werden jeden Tag rund 47.700 unter 18-­jährige Mädchen verheiratet, und alle zehn Minuten stirbt ein Mädchen durch Gewalteinwirkung. Das ist beschämend und sollte die internationale Gemeinschaft endlich wachrütteln. Wenn Mädchen eine bessere Gesundheitsversorgung und eine hochwertige Bildung erhalten, können sie nicht nur ihre eigenen Zukunftsaussichten verbessern, sondern zugleich zum Wirtschaftswachstum ihrer Länder beitragen.“

Foto: © Lea Gölnitz

Quelle: unfpa.org / weltbevoelkerung.de


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