amerika 21Brüssel. - Die EU will bis Anfang März einen überarbeiteten Entwurf für ein Abkommen mit dem südamerikanischen Freihandelsverband Mercosur vorlegen. Ein entsprechender aktualisierter Vorschlag soll nach Angaben eines EU-Diplomaten bis Ende der ersten Märzwoche vorliegen.Das hat amerika21 am Montag berichtet.

Die Arbeit am politischen Teil des geplanten Assoziierungsabkommens sei fast vollständig beendet. Es gebe in Brüssel aber Vorbehalte gegen eine zu schnelle Unterzeichnung des Abkommens, dazu trage auch die negativen Erfahrungen mit den EU-Freihandelsabkommen CETA mit Kanada und TTIP mit den USA bei.

Derzeit orientiert die EU auf die Unterzeichnung eines Abkommens mit dem Mercosur im Jahr 2018. Im März dieses Jahres soll zunächst die kommende Verhandlungsrunde stattfinden.Trotz der Vorsicht zeigen sich die Verhandlungsführer der EU zuversichtlich. Die Mercosur-Staaten, so heißt es in Brüssel, verhandelten derzeit schließlich mit keinem anderen Wirtschaftsblock über eine vergleichbare Übereinkunft.

Die EU-Unternehmen könnten bei einem positiven Ausgang der Gespräche indes bis zu vier Milliarden Euro sparen, die derzeit bei Exporten in Mercosur-Staaten fällig würden.Der Europäische Auswärtige Dienst macht sich dennoch Gedanken um mögliche Kritik an dem Abkommen. Mit Blick auf die EU-weiten Proteste gegen CETA und TTIP plane man eine "Kommunikationsstrategie", um die Bevölkerung "besser zu unterrichten", sagte der EU-Diplomat zu amerika21.

Die Verhandlungen über ein Assoziierungsabkommen zwischen dem Mercosur und der EU, das auch einen Freihandelsvertrag zwischen der EU und den Mercosur-Mitgliedsländern einschließen würde, hatten bereits 1999 begonnen. Sie wurden wegen unüberbrückbarer Differenzen aber 2004 ausgesetzt, schreibt amerika21.Nach einem zweiten Versuch im Jahr 2010 wurden die Gespräche erneut vertagt. Vor einigen Monaten dann entschlossen sich die südamerikanischen Länder, die Verhandlungen wieder aufzunehmen, jedoch dieses Mal ohne die Teilnahme des linksgerichteten Venezuelas, das sich gegen verschiedene neoliberale Regeln ausgesprochen hatte.

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Quelle: amerika21.de


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