amerika 21Quito. - In den letzten Umfragen vor der Präsidentschaftswahl in Ecuador liegt der Kandidat der Regierungspartei, Lenín Moreno, mit großem Abstand vor den Bewerbern der Opposition. Moreno kommt der Agentur Perfiles de Opinión zufolge auf 43 Prozent Zustimmung, der Oppositionskandidat Guillermo Lasso der Partei Creo liegt nur bei 19 Prozent, gefolgt von der christlich-sozialen Cynthia Viteri (18 Prozent). Amerika21.de hat die Situation vor der Wahl am 19.Februar analysiert.

Der Ex-General Francisco Moncayo liegt abgeschlagen bei circa zehn Prozent. Ein weiteres Institut veröffentlichte ähnliche Ergebnisse. Sollte dieses Resultat am 19. Februar wirklich eintreten, wäre Moreno direkt zum Präsidenten von Ecuador gewählt und seine Partei Alianza País könnte die Regierung fortsetzen.

Manche Umfragen sehen Morenos Vorsprung geringer: Cedatos prognostiziert für ihn 32 Prozent, für Lasso 21 Prozent und für Viteri nur 14 Prozent. Kommt er nicht auf mindestens 40 Prozent der Stimmen und einen Abstand von mindestens zehn Prozentpunkten, gibt es eine Stichwahl zwischen den besten zwei Kandidaten.

Am 19. Februar wählen 12,8 Millionen Wahlberechtigte, von denen 380.000 im Ausland leben, den Nachfolger von Rafael Correa. Dieser kam 2007 als Anführer der "Bürgerrevolution" ins Amt. In Correas Amtszeit fällt eine deutliche Reduktion der Armut im Land (von 37 Prozent im Jahr 2007 auf 24 Prozent 2016), die extreme Armut wurde durch die wirtschaftspolitischen Maßnahmen der Regierung halbiert. Der Zugang zum Bildungs- und Gesundheitswesen wurde stark verbessert und Ecuadors Mindeslohn ist heute mit 366 US-Dollar einer der höchsten in Lateinamerika. Finanziert wurde diese Politik unter anderem mit einer Besteuerung privater Unternehmen und der wohlhabenden Oberschicht – Maßnahmen, die in konservativen Kreisen auf Widerstand stießen.

Während Moreno die Politik der Regierung Correa fortsetzen will, fordern die Oppositionskandidaten eine Kehrtwende in der Wirtschaftspolitik. Sowohl Lasso und Viteri als auch Moncayo kündigten drastische Steuersenkungen an. Diese würden Unternehmer und Großverdiener entlasten, aber mit Kürzungen in der Sozialpolitik einhergehen. In einem TV-Duell versprach der frühere Banker Lasso, eine Million neuer Jobs durch Steuersenkungen zu schaffen. Er blieb aber eine Erklärung schuldig, wie dies ohne Entlassungen und starke Kürzungen im öffentlichen Bildungs- und Gesundheitswesen möglich wäre.

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Quelle: amerika21.de/


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