misereorAachen. - Mindestens 700.000 Menschen der muslimischen Minderheit der Rohingyas sind seit Ende August vor Gewalt aus ihrem Heimatland Myanmar in das Nachbarland Bangladesch geflohen. Die ständig wachsenden Flüchtlingscamps drohen längerfristig zu einem der größten Slums der Welt zu werden. Hinzu kommt die Sorge, dass der anstehende Winter die Situation der Menschen verschlimmern könnte. MISEREOR stockt die Nothilfe für die Flüchtlinge deshalb um weitere 375.000 Euro auf.

"Unser Partner vor Ort, die Caritas Bangladesch, hat bisher sehr gute Arbeit in den Flüchtlingslagern geleistet", berichtete Christine Kögel, MISEREOR-Länderreferentin für Bangladesch. Sie ist gerade erst von ihrer Reise zurückgekehrt, bei der sie auch das Lager bei Cox's Bazar besuchte. So habe Caritas Bangladesch auch mit Hilfe der Unterstützung MISEREORs fast 40.000 Menschen erreicht. Die Flüchtlinge wurden mit Lebensmitteln und Kochutensilien versorgt. "Großen Bedarf gibt es weiterhin bei der Verbesserung der Unterkunfts- und Hygienesituation, der Wasserversorgung sowie Bildungs- und Freizeitmöglichkeiten für die vielen traumatisierten Kinder."

Zwar ist die Monsunzeit vorbei, trotzdem steht auch in Bangladesch eine kühle, feuchte Jahreszeit bevor. "Die Menschen in den Flüchtlingscamps sorgen sich sehr wegen des anstehenden Winters und davor, ihre Kinder und älteren Menschen nicht ausreichend vor der Kälte schützen zu können. Die Gefahr der Ausbreitung von Krankheiten ist in den kommenden Wochen sehr hoch", so Christine Kögel. 

MISEREOR stellt daher weitere 375.000 Euro zur Verfügung. Hiervon können Kleidung und Decken sowie Isoliermatten für den Boden bereitgestellt werden. Auch ergänzende Lebensmittel wie Linsen und Speiseöl wird Caritas Bangladesch von dieser Unterstützung weiter verteilen können.

MISEREOR hofft, dass der Papstbesuch nächste Woche sowohl in Myanmar als auch Bangladesch noch mehr Aufmerksamkeit auf die ausweglose Lage der Geflüchteten in Bangladesch und der verbleibenden Rohingyas in Myanmar lenken wird. "Ideal wäre, wenn die Papst-Botschaft von Versöhnung, Vergebung und Frieden in Bangladesch und Myanmar neue Wege ebnen könnte. Die jetzige Situation der Menschen in den Flüchtlingslagern darf nicht zu einer Dauerlösung werden. Die Rohingyas müssen wieder auf ein menschenwürdiges Leben hoffen können", so Kögel.

Quelle: www.misereor.de 


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