malteser internationalKöln. - Malteser International geht davon aus, dass die aus Myanmar geflüchteten Rohingya noch viele Jahre in Bangladesch bleiben werden. "Sie haben in Myanmar gravierende Menschenrechtsverletzungen erfahren. Ihre Dörfer im nördlichen Staat Rakhine wurden zerstört und abgebrannt. Fast jeder der Geflüchteten im Camp hat mehrere Angehörige verloren", sagte Cordula Wasser, Leiterin der Asienabteilung von Malteser International. Zudem drohten dem riesigen Flüchtlingscamp in Cox's Bazar in Bangladesch mit dem kommenden Monsun Überschwemmungen und Schlammlawinen.

Seit August vergangenen Jahres flohen in Folge von schweren Gewaltausbrüchen mehr als 680.000 Angehörige der muslimischen Minderheit über die Grenze in die Region Cox's Bazar nach Bangladesch. Zwar haben sich die Regierungen von Myanmar und Bangladesch im vergangenen November auf ein Abkommen zu einer zeitnahen Rückkehr der Geflüchteten nach Myanmar geeinigt, diese sei für die meisten Menschen aber nur unter bestimmten Bedingungen vorstellbar, so Malteser International

"Sie wollen die volle Staatsbürgerschaft, Rückkehr in ihre ehemaligen Dörfer, Entschädigungen und Schutz vor erneuten Angriffen. Diese Bedingungen werden aller Voraussicht nach in naher Zukunft nicht erfüllt", sagte Wasser. "Wir sehen in Thailand, wo ebenfalls aus Myanmar geflüchtete Angehörige ethnischer Minderheiten leben, dass die Rückkehr in ihr Heimatland schwierig ist. Die Menschen leben dort bereits seit über zwanzig Jahren. Auch für die Geflüchteten in Bangladesch gehen wir davon aus, dass die Rückkehr viele Jahre dauern wird."

In dem überfüllten Flüchtlingscamp in Cox's Bazar leben derzeit mehr als 860.000 Menschen unter schwierigsten Bedingungen. Es mangelt an sauberem Trinkwasser, Nahrungsmitteln und sanitären Anlagen. "Der kommende Monsun wird die Situation zusätzlich verschlimmern. Das Gebiet und die Hügel in der Nähe der Küstenstadt Cox's Bazar wurden für die Errichtung des Camps abgeholzt, der Boden kann die Wassermengen des Monsuns nicht mehr aufnehmen. Überschwemmungen, Erdrutsche und Schlammlawinen sind zu erwarten", berichtete Wasser. Die Menschen in den provisorisch aus Bambus und Planen errichteten Behausungen seien diesen Gefahren schutzlos ausgesetzt. Nach Aussage von UNHCR könnten mehr als 85.000 Menschen erneut ihre Unterkunft verlieren. 

Während der Fastenzeit vom 14. Februar bis 31. März ruft Malteser International zu Spenden für die Menschen im Flüchtlingscamp in Bangladesch auf. Dort versorgt Malteser International mit einem lokalen Partner rund 20.000 Flüchtlinge aus Myanmar in zwei Gesundheitsstationen und behandelt mangelernährte Kinder, Mütter und alte Menschen mit Zusatznahrung. Darüber hinaus bieten die Mitarbeiter den Menschen im Camp Hygieneschulungen und psycho-soziale Beratung an.

Quelle: www.malteser-international.org 


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