misereorAachen. - Sieben Jahre nach Beginn des Syrienkriegs hat MISEREOR an die Völkergemeinschaft appelliert, sich entschlossener für ein Ende der Gewalt einzusetzen. "Alle bisherigen politischen Versuche sind kläglich gescheitert", erklärte MISEREOR-Geschäftsführer Martin Bröckelmann-Simon. "Wir brauchen dringend wirkungsvolleres Handeln, um den Krieg endlich zu beenden." MISEREOR stockt die Gesamthilfe in Syrien von bislang rund 5,2 Millionen Euro um zunächst 50.000 Euro für den Flüchtlingsdienst der Jesuiten (JRS) auf.

Nicht nur im Großraum Damaskus, sondern auch in Nordsyrien und in Landesteilen, die noch nicht wieder von Assads-Regime kontrolliert werden, spitzt sich die Lage zu. Im Stadtteil Sheich Maksud im Norden von Aleppo, wo täglich immer mehr Flüchtlinge aus dem an der türkischen Grenze gelegenen Afrin vor den Kämpfen Zuflucht suchen, verstärkt MISEREOR daher nun seine humanitäre Hilfe: Mit 50.000 Euro finanziert das Werk für Entwicklungszusammenarbeit die Erweiterung einer Feldküche des Flüchtlingsdienstes der Jesuiten (JRS), um die vertriebenen Menschen zu unterstützen.

Partner von MISEREOR berichten weiterhin von dramatischen Zuständen in Damaskus und Ost-Ghouta. Angesichts des Dauerbeschusses fristen die Menschen ihr Dasein in Kellern, die allerdings kaum Schutz bieten können und stehen massiv unter Schock. Eine lähmende Angst prägt aber auch das Straßenbild in Damaskus. "Die Syrer fühlen sich in ihrem Leid allein gelassen", so Bröckelmann-Simon. ""Das syrische Regime ist offenbar fest entschlossen, das gesamte Territorium ohne Rücksicht auf zivile Opfer mit brutalsten Mitteln zurück zu erobern. Die tiefe Spaltung einer Gesellschaft, in der schlimmste Gewalterfahrungen und Misstrauen jegliche Perspektive für ein Miteinander der religiösen, konfessionellen und ethnischen Gruppen untergraben, wird weiter vorangetrieben."

Entscheidend im achten Jahr des Syrien-Kriegs sei es, jetzt vor allem den Druck auf Russland zu erhöhen, das mit seiner Unterstützung vor allem eigene, geo-strategische Interessen verfolge. "Die Vereinten Nationen und die Europäische Union sehen dem furchtbaren Leiden der Menschen bislang weitgehend hilflos zu. Dieses Bild von Ohnmacht der Völkerfamilie ist unerträglich. Regionale und globale Hegemonialmächte tragen in und um Syrien ihre Kämpfe um Vorherrschaft und Einfluss auf dem Rücken der einfachen Menschen aus. Wenn die UN ihrem Mandat gerecht werden und für den Schutz der Zivilbevölkerung endlich etwas ausrichten wollen, dann müssen sie jetzt handeln. Aus der Ferne lässt sich dieser Konflikt nicht lösen", so Bröckelmann-Simon. "Wir tun alles, um mit unseren Partnern vor Ort den leidenden Menschen zu helfen und ein wenig Hoffnung zu vermitteln. Aber Hilfsorganisationen können das Morden nicht beenden, das ist eine politische Aufgabe, der sich die Gemeinschaft aller Nationen stellen muss."

Quelle: www.misereor.de 


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