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Berlin. - Die Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam warnt, dass Angst und Gewalt die Eindämmung von Ebola in der Demokratischen Republik Kongo gefährden könnten. In den vergangenen Tagen traten in einigen urbanen Gegenden neue Fälle auf. Oxfam weist darauf hin, dass trotz des robusten Nothilfe-Einsatzes nicht genug getan wird, um die betroffenen Gemeinden dabei zu unterstützen, ihre Ängste zu überwinden und die Menschen über Ursachen und Verlauf der todbringenden Krankheit aufzuklären.

Die verständliche Angst der Menschen erschwert die Arbeit von Hilfsorganisationen, so Oxfam. Nach Jahren der gewaltsamen Konflikte und der mangelnden Unterstützung durch die internationale Gemeinschaft und die Regierung, wissen viele Menschen nicht, wem sie trauen können. Sie verstehen nicht, warum plötzlich so viele Helfer in ihre Gegend kommen und bedrohen aus Angst mitunter diejenigen, die ihnen helfen wollen.

"Zwar scheint es so, dass die Neuansteckungen dank der schnellen Reaktion vieler Gemeinden zurückgehen, doch die neuen Fälle in urbanen Gegenden zeigen, dass wir noch nicht über den Berg sind", berichtete Jose Barahona, Oxfam-Landesdirektor in der Demokratischen Republik Kongo. "In Städten kommen Infizierte mit sehr viel mehr Menschen in Kontakt, speziell auf großen Märkten."

In einem Stadtteil von Beni wurden Oxfam zufolge zuletzt fast täglich neue Fälle registriert. In der Stadt Butembo mit nahezu einer Million Einwohnern, die ein großes Handelszentrum des Landes ist, starben zwei Menschen. Aus dem Ort Oicha wurden drei weitere Ebola-Fälle, darunter ein Todesfall, berichtet. Dort sind bewaffnete Rebellengruppen aktiv, was es für Hilfsorganisationen sehr gefährlich macht, dort zu arbeiten.

Während die Menschen mehrheitlich über die Gefährlichkeit des Virus Bescheid wissen und vieles unternehmen, um die weitere Ausbreitung zu verhindern, halten sich bei einigen hartnäckig Gerüchte über die Krankheit, die zur Verunsicherung beitragen. Die Folge ist laut Oxfam, dass Menschen ihre Angehörigen nicht in die Ebola-Behandlungszentren bringen, weil sie fürchten, es handele sich um Gefängnisse oder Todeszentren. Eine relevante Anzahl von Menschen, die mit Infizierten in Kontakt waren, ist von zu Hause geflohen. In einigen Fällen weigern sich Menschen auch, die toten Körper ihrer verstorbenen Angehörigen an medizinische Helfer zu übergeben, was die Ansteckungsgefahr weiter erhöht.

Oxfam wurde zudem berichtet, einige Gemeinde-Bewohner hätten aus Angst Mitarbeiter von Hilfsorganisationen mit Macheten und Stöcken bedroht, ihre Fahrzeuge mit Steinen beworfen und sie beschuldigt, ihre Familienangehörigen getötet zu haben. In einem Dorf sei ein Teil eines Gesundheits-Checkpoints niedergebrannt worden. Einwohner eines anderen Dorfes hätten Straßenblockaden errichteten, um zu verhindern, dass die Helferinnen und Helfer das Dorf erreichen.

"Die Menschen haben keinerlei Erfahrung mit dem Ebola-Virus und sind verständlicherweise geschockt über die Ereignisse", sagte Jose Barahona. "Man muss sich außerdem klar machen, dass sie seit Jahrzehnten von gewaltsamen Auseinandersetzungen in ihrem Land bedroht sind. Und nun kommen medizinische Helfer in raumfahrerähnlichen Schutzanzügen, die sie nicht einordnen können. Natürlich verängstigt das die Menschen zusätzlich. Aus dem Umgang mit Ebola-Ausbrüchen in anderen Ländern wissen wir, dass es entscheidend ist, die Menschen aufzuklären und ihnen zuzuhören. Wir müssen mit ihnen arbeiten, um ihr Verhalten zu verändern. Das ist der Schlüssel gegen die Ausbreitung von Ebola. Und hier gibt es noch viel zu tun."

Oxfam hat nach eigenen Angaben bislang 138.000 Menschen in der Demokratischen Republik Kongo mit sauberem Wasser versorgt. Die Hilfsorganisation arbeitet mit lokalen Gemeindeführern und Freiwilligen zusammen, um über die Ursachen von Ebola aufzuklären.

Quelle: www.oxfam.de 


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