Erdbeben in Pakistan. Foto: IRINDuisburg/Balakot (epo). - Sechs Monate nach dem schweren Erdbeben in Pakistan leiden vor allem Kinder noch immer massiv unter den Folgen. "Viele Eltern haben keinen Job, müssen trotzdem die Familie ernähren und gleichzeitig auch noch die zerstörten Häuser wiederaufbauen", berichtet Sajid Ishaq von ILAP, einer Partnerorganisation der Kindernothilfe. "Das lässt ihnen keine Zeit, sich um ihre Kinder zu kümmern." Für rund tausend Kinder und Jugendliche hat die Kindernothilfe jetzt 20 Kinderzentren errichtet.

In Pakistan konzentrieren sich die Menschen jetzt auf den Wiederaufbau der zerstörten Häuser. 80 Prozent der Erdbebenopfer, die bislang in Flüchtlingscamps gelebt haben, sind nach Angaben des in ihre Dörfer zurückgekehrt. In den Kinderzentren erhalten die Mädchen und Jungen zwei warme Mahlzeiten am Tag, sie können mit anderen spielen und erhalten Unterricht nach dem regulären Stundenplan.

Wie stark gerade Kinder und Jugendliche traumatisiert sind, zeigt sich nach Angaben der Kindernothilfe auch noch ein halbes Jahr nach dem Erdbeben, bei dem am 8. Oktober 2005 mehr als 73.000 Menschen ums Leben kamen und rund drei Millionen obdachlos wurden. Sajid Ishaq von ILAP schätzt, dass bis zu 75 Prozent der Kinder durch die Naturkatastrophe Traumata erlitten haben. "Aber wir arbeiten mit den Kindern und haben erlebt, dass viele ihr Trauma überwunden haben und jetzt wieder lachen können." Mehrere Kindernothilfe-Partnerorganisationen setzen dazu in den Kinderzentren ein Traumabuch in der Landessprache Urdu ein, das den Kindern hilft, ihre Trauer und ihr Entsetzen über verlorene Angehörige und Freunde und die erlebte Katastrophe zu verarbeiten.

Ein halbes Jahr nach der schweren Naturkatastrophe leistet die Kindernothilfe in Pakistan außerdem Hilfe zum Lebensunterhalt. 105 obdachlos gewordene Frauen aus den Regionen Balakot und Gahri Habibullah nahmen an Nähkursen teil und können nun mit dem Anfertigen von Kleidung und Schlafsäcken zum Familienunterhalt beisteuern.

Im vergangenen halben Jahr hat die Kindernothilfe dazu beigetragen, dass Tausende von Erdbebenopfern durch den Winter kamen: 24 000 Menschen erhielten winterfeste Zelte mit Ausstattung, Soforthilfepakete mit Lebensmitteln, Kleidung und Decken. Die KNH-Partnerorganisationen leisteten zudem in den ersten Monaten medizinische Hilfe und schickten Ärzteteams in die Flüchtlingslager und in entlegene Ortschaften. Obdachlose Familien erhielten wieder ein provisorisches Dach über dem Kopf. 4200 Personen in abgeschiedenen Regionen wurden mit Behelfsunterkünften aus Wellblech und Isoliermaterial versorgt.

Beim Wiederaufbau der zerstörten Region legt die Kindernothilfe nun den Schwerpunkt auf den Neubau von Schulgebäuden. Insgesamt hat die Kindernothilfe bisher rund 3,7 Millionen Euro an Spenden für die Erdbebenopfer in Pakistan erhalten. Davon wurden rund 3,1 Millionen bereits für Hilfsleistungen verwendet und verplant.

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