wfp iconJuba. - Im Südsudan droht knapp sieben Millionen Menschen akuter Hunger während der Zeit zwischen den Ernten (Mai bis Juli). Mehr humanitäre Hilfe und ein verbesserter Zugang zu humanitärer Hilfe seien dringend erforderlich, warnten die Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO), der United Nations Children's Fund (UNICEF) und das UN World Food Programme (WFP) am Freitag.

Der sogenannte Integrated Food Security Phase Classification (IPC) Bericht, der in Juba von der südsudanesischen Regierung und den drei UN-Organisationen veröffentlicht wurde, zeigt, dass die Zahl der Menschen, die akut hungern, seit Januar 2018 um 13 Prozent angestiegen ist. Dazu gehören rund 30.000 Menschen, die in den Staaten Jonglei und Lakes, im Osten und Zentrum des Landes, bereits extremen Hunger leiden (IPC-Level 5 von 5, was einer Katastrophe entspricht).

Dem Bericht zufolge ist Hunger im Südsudan nach wie vor auf Konflikte, die unzureichende Produktion von Nahrungsmitteln und Vertreibung zurückzuführen. Die lokale Getreideproduktion wird 2019 nur 52 Prozent des Getreidebedarfs des Landes decken. 2018 waren es noch 61 Prozent.

Der Konflikt macht es nach Angaben der UN-Organisationen unmöglich, dass Familien nachhaltig Nahrungsmittel anbauen oder Viehzucht betreiben. Der Zugang zu Essen bleibt schwer. Dürre, Überschwemmungen, Pflanzenkrankheiten und Schädlingsbefall haben die weitgehend regenabhängige landwirtschaftliche Produktion stark beeinträchtigt. Besonders arme Menschen leiden unter den hohen Nahrungsmittelpreisen und der begrenzten Verfügbarkeit von Essen auf den Märkten.

Um die humanitäre Hilfe auszuweiten, Leben zu retten und Lebensgrundlagen zu schützen, sind dringend mehr finanzielle Mittel notwendig. Wird die Hilfe nicht ausgebaut, dann droht nach Angaben des Berichts etwa 50.000 Menschen zwischen Mai und Juli eine Katastrophe. Ohne Hilfe könnte diese Zahl auf bis zu 260.000 Menschen ansteigen.

"Die Prognosen sind alarmierend und Hunger steigt weiter. Gemeinsam mit der Bevölkerung des Südsudans müssen wir dringend handeln, um diesen Trend umzukehren. Unsere Priorität ist, Familien zu unterstützen, damit sie ihre landwirtschaftliche Produktion aufrechterhalten und steigern können. Hirten müssen wir helfen, ihre Lebensgrundlagen zu schützen. Im vergangenen Jahr hatte die Verteilung von Saatgut und landwirtschaftlichen Geräten durch die FAO positive Auswirkungen auf die Ernährung im Land, aber das ist nicht genug", sagte Pierre Vauthier, FAO-Repräsentant (ad interim) im Südsudan. "Wenn das im vergangenen September unterzeichnete Friedensabkommen nach wie vor vollständig erfüllt wird, kann die FAO weitere Rückkehrer unterstützen, um ihre Existenzgrundlage wiederherzustellen und zum Wiederaufbau der Nation beizutragen."

In Gegenden, in denen die Ernährung ohnehin schon kaum gesichert ist, besteht die reale Gefahr einer Hungersnot, sollte sich die Gesamtsituation im Land verschlechtern und humanitäre Hilfe ausbleiben. Besonders gefährdet sind die Landesteile Unity, Jonglei, Upper Nile and Lakes. "Der Hunger nimmt 2019 zu", sagte Simon Cammelbeeck, stellvertretender WFP-Landesdirektor im Südsudan. "Wenn wir die humanitäre Hilfe und Wiederaufbaumaßnahmen nicht bald verstärken, sind immer mehr Menschen in Gefahr. Dies ist besonders beunruhigend, da es sich bei den bedürftigsten Menschen um unterernährte Frauen und Kinder handelt. Wir sind bereit, um auf den gestiegenen Bedarf zu reagieren."

Die Mangelernährungs-Raten sind gleichbleibend hoch, ungefähr 860.000 Kinder unter fünf Jahren sind stark mangelernährt. Allerdings wird erwartet, dass während der Hungerzeit vor der nächsten Ernte vermehrt akute Mangelernährung in den meisten Teilen des Landes auftreten wird.

"Da sich der Zugang zu den Bedürftigen durch den Friedensprozess verbessert, haben wir bei der Behandlung schwerer Mangelernährung bei Kindern mit einer Genesungsrate von über 80 Prozent erhebliche Fortschritte gemacht“, sagte Andrea Suley, UNICEF-Repräsentantin im Südsudan. "Unser Programm weist jedoch eine Finanzierungslücke von 88 Prozent bzw. 55,4 Millionen US-Dollar auf. Wenn die Finanzierung nicht rechtzeitig gesichert ist, schaffen es Kinder, die wir eigentlich retten könnten, vielleicht nicht."

Quelle: www.wfp.org 


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