bmz 100Berlin. - Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat am Donnerstag mit über 30 Organisationen aus Wirtschaft und Wissenschaft sowie mit Indonesien und Ghana die internationale Abfall-Allianz PREVENT gegründet. Die Allianz soll Abfallvermeidung, Wiederverwertung und fachgerechte Entsorgung in Entwicklungs- und Schwellenländern fördern und so einen Wissens- und Technologietransfer in diesen Bereichen voranbringen.

"Müll wird immer mehr zu einer globalen Überlebensfrage wie der Klimawandel", erklärte Entwicklungsminister Müller. "Nach Schätzungen wird der weltweite Abfall bis 2050 um 70 Prozent wachsen – auf 3,4 Milliarden Tonnen. Der Plastikmüll in den Meeren wird sich verzehnfachen. Die größten Müllhalden der Welt befinden sich mittlerweile auf den Ozeanen. Der größte dieser Müllstrudel ist viermal so groß wie Deutschland. Das sind Hiobsbotschaften. Bis 2050 könnte mehr Plastik als Fisch in den Weltmeeren schwimmen - wenn wir nicht endlich gegensteuern. Wir brauchen nachhaltige Lösungen für Abfallvermeidung, fachgerechte Entsorgung und Recycling weltweit."

Mit der Abfall-Allianz wolle das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) Wissen und Technologie in Schwellen- und Entwicklungsländer bringen, sagte Müller. Dort würden bislang nur vier Prozent der Abfälle wiederverwertet. "Deswegen freue ich mich, dass mit der Abfallallianz konkrete Projekte in Indonesien und Ghana entstehen. Denn Abfall ist kein Müll, sondern wertvoller Rohstoff."

Die internationale Abfall-Allianz PREVENT vernetzt mehr als 30 verschiedene Organisationen aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft, um neue Projekte für Abfallvermeidung, Wiederverwertung und fachgerechte Entsorgung in Entwicklungs- und Schwellenländern zu schaffen. So soll der dringend erforderliche Wissens- und Technologietransfer für eine moderne Abfallwirtschaft entstehen. Unter den Teilnehmern sind das Bundesumweltministerium, der Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft (BDE), der WWF Deutschland, das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie sowie das Fraunhofer Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung (IVV).

Die Industrie ist vertreten mit Nestlé, Werner & Mertz und ALPLA und Sozialunternehmen wie Grameen Creative Lab und Plastic Bank. Aus der Abfall- und Recyclingwirtschaft wirken laut BMZ unter anderem Der Grüne Punkt, Umicore, Remondis, Wastecon und Blackforest Solutions mit. Zu den Mitgliedern zählen auch die German RETech Partnership und der Gesamtverband Kunststoffverarbeitender Industrie (GKV).

Zu den wissenschaftlichen Gründungsmitgliedern zählen Lehrstühle und Institute der Universitäten Dresden, Kassel und Rostock, die United Nations University sowie das Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE).

Das Entwicklungsministerium fördert Abfallentsorgung, Recycling und Schaffung einer Kreislaufwirtschaft weltweit. So baut das BMZ in Ghana auf der größten Elektroschrott-Halde Afrikas ein Recycling-System auf, bei dem bis zu 10.000 Menschen in Recycling ausgebildet werden und einen Job finden. Bislang sind die Menschen beim Zerlegen der alten Elektrogeräte ungeschützt giftigen Dämpfen ausgesetzt, Säuren gelangen in Boden und Gewässer. In Indonesien investiert das BMZ in den Bau von modernen Mülldeponien und Sortieranlagen. Denn mehr als die Hälfte aller Kunststoffabfälle stammt aus nur fünf Ländern: China, Indonesien, den Philippinen, Vietnam und Thailand. Viele dieser Abfälle gelangen über Flüsse in die Meere.

Quelle: www.bmz.de 


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