careBerlin. - Die Hilfsorganisation CARE hat die erneute Eskalation des Konfliktes im Jemen durch 19 Luftangriffe auf die Hauptstadt Sana'a beklagt. Dabei kamen am Donnerstag sieben Menschen ums Leben, darunter vier Kinder. CARE zeigt sich besorgt, dass durch die Angriffe die mühsam verhandelten Fortschritte im Friedensprozess wieder zunichte gemacht werden könnten.

"Eine Bombe fiel unweit unseres Büros, die Fenster hielten der Erschütterung kaum stand, der Boden bebte heftig. Wir sahen Rauch in der ganzen Stadt aufsteigen", berichtete Alexandra Hilliard, die für CARE in Sana'a arbeitet. "Später hörten wir, dass eine Familie in einem Wohngebiet im Schlaf getötet wurde. Diese Familie ist gestern Abend nichts ahnend schlafen gegangen und wird nun nie wieder aufwachen."

Bei den Luftangriffen wurden weitere 58 Menschen schwer verletzt. Seit der Eskalation des Konflikts im März 2015 fanden im Jemen über 20.000 Luftangriffe statt. Nach Angaben der Vereinten Nationen starben weit mehr als 200.000 Menschen durch anhaltende Kämpfe, Krankheiten, Unterernährung und eine mangelnde Grundversorgung. Im Durchschnitt stirbt im Jemen täglich alle zwölf Minuten ein Kind.

"Luftangriffe, Landminen und Bodenkämpfe töten unschuldige Menschen im ganzen Land", kritisierte Hilliard. "CARE fordert alle Konfliktparteien nachdrücklich dazu auf, sich endlich ihrer Verantwortung gegenüber der Bevölkerung bewusst zu werden und das Sterben zu beenden. Im Moment ist Ramadan, der Monat ist heilig und dient der Besinnung. Auch deshalb ist jetzt ein guter Moment, um die Waffen endgültig ruhen zu lassen."

CARE arbeitet seit 1992 im Jemen und ist eine der wenigen internationalen Hilfsorganisationen, die trotz anhaltender Kämpfe humanitäre Hilfe leisten. Die Helferteams von CARE setzen sich unermüdlich dafür ein, dass Menschen auch in Gebieten, die nur mühsam zu erreichen sind, Lebensmittel, sauberes Trinkwasser und medizinische Versorgung erhalten.

Quelle: www.care.de 


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