fairtrade 100Köln. - Die Bienen sind bedroht – nicht nur in Deutschland, sondern weltweit gehen die Bestände zurück. Beim Fairen Handel leiden darunter vor allem Imker und Kleinbauern aus dem globalen Süden, für die Bienenhonig eine überlebenswichtige zusätzliche Einkommensquelle darstellt.

"Das weltweite Bienensterben betrifft längst nicht nur die Honigernte", erklärte Dieter Overath, Vorstandsvorsitzender von TransFair e.V. "Auch die landwirtschaftliche Produktion ist betroffen: Rund ein Drittel aller landwirtschaftlichen Nutzpflanzen wachsen nur, weil sie von Bienen und anderen Insekten bestäubt werden. Wenn wir es nicht schaffen, die Bienen zu retten, hat das immense Auswirkungen auf viele Produkte – beispielsweise Kaffee, Kakao oder Baumwolle."

Um die Kleinbauern bei der Bienenzucht zu unterstützen, hat das lateinamerikanische Fairtrade-Produzentennetzwerk CLAC ein umfangreiches Schulungsprogramm entwickelt. Dieses enthält unter anderem Tipps für eine gute Platzierung der Bienenstöcke, Anpflanzung heimischer Bienenfutterpflanzen oder die Zufütterung.

Gerade die Wildbienen, die allein in Europa etwa 150 verschiedene Nutzpflanzen und rund 80 Prozent der Wildpflanzen bestäuben, sind vom Bienensterben betroffen. In Europa ist die Bienenpopulation in den letzten Jahren um zehn Prozent zurückgegangen, in den USA um 30 Prozent und im Nahen Osten sogar um 85 Prozent. Die genauen Gründe für das Bienensterben sind bisher nicht geklärt.

"Mit ihrem Pestizideinsatz und intensiv bewirtschafteten Monokulturen hat die industrielle Landwirtschaft einen großen Anteil am Bienensterben – nicht nur in Deutschland, sondern weltweit", erklärte Marion Hammerl, Präsidentin vom Global Nature Fund. "Der Konsum von Bio und Fairtrade-Honig ist ein konkreter Beitrag, um die Artenvielfalt zu schützen und die Produzenten in einer nachhaltigen Landwirtschaft zu unterstützen." Denn nur wenn die Imker genug Geld für ihren Honig bekommen, könnten sie finanzielle Rücklagen bilden und diese in Maßnahmen zum Schutz der Bienen investieren.

Seit einigen Jahren kämpfen Produzenten mit den immer stärker werdenden Auswirkungen des Klimawandels: Immense Temperaturschwankungen sowie extreme Wetterphasen wie lange Trockenheit oder Starkregen beeinträchtigen in vielen Regionen der Welt die Gesundheit der Bienen und damit verbunden die Qualität des Honigs.

Selbst Klimaveränderungen im Norden bekommen die Produzenten im Süden zu spüren: Durch den zuletzt sehr heißen Sommer sowie milden deutschen Winter fragten Verbraucher weniger Honig nach als in den Jahren zuvor – als Folge fielen die Honigpreise. Bei einem erneuten Dürresommer könnten die Preise weiter sinken. Somit ist Fairtrade für die Imker wichtiger denn je. Mit dem Fairtrade-Mindestpreis bekommen sie auch bei schlechter Marktentwicklung einen Preis, der als Sicherheitsnetz dient und die Kosten einer nachhaltigen Produktion deckt.

Etwa ein Kilogramm Honig essen Verbraucher in Deutschland pro Jahr – das sind umgerechnet rund 100 Honigbrote. Da die heimische Produktion diese Nachfrage nicht decken kann, wird der Großteil des in Deutschland konsumierten Honigs importiert. Wichtige Importnationen für Fairtrade-Honig sind Chile, Mexico und Guatemala.

Quelle: www.fairtrade-deutschland.de 


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