bmz 100Berlin. - Anlässlich des Welternährungstages am 16. Oktober 2019 hat Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) auf die Besorgnis erregende Ernährungssituation in Krisengebieten hingewiesen. Ein entschlossenes Eingreifen der Weltgemeinschaft sei nötig, um die Menschen in Regionen wie Syrien oder Jemen mit ausreichend Nahrung zu versorgen, erklärte Müller in Berlin.

"Seit drei Jahren steigt die Zahl der Hungernden weltweit wieder - auf 820 Millionen Menschen", sagte Entwicklungsminister Müller. "Das ist ein Rückschlag nach den Erfolgen in den letzten Jahrzehnten. Vor allem in den krisengebeutelten Regionen verschlechtert sich die Ernährungslage. Im neunten Kriegsjahr ist die Situation im Syrien-Krisenbogen so dramatisch wie nie. Alleine in Syrien haben nach Schätzungen der Vereinten Nationen sechs Millionen Menschen keine sichere Nahrungsversorgung. Auch im Jemen ist die humanitäre Lage dramatisch. Alle zehn Minuten stirbt dort ein Kind an Unterernährung. Die Weltgemeinschaft muss hier entschlossen helfen."

Nachdem sich 20 Jahre lang die weltweite Hungersituation insgesamt verbessert hat, kam es in den letzten drei Jahren wieder zu einer Verschlechterung – hauptsächlich aufgrund gewalttätiger Konflikte und des Klimawandels, so das Entwicklungsministerium (BMZ). Die Auswirkungen des Klimawandels bekommen dabei besonders diejenigen zu spüren, die am wenigsten dazu beitragen und bereits von Hunger und Armut betroffen sind. Seit Anfang der 1990er Jahre hat sich die Zahl der Wetterextreme verdoppelt, was unter anderem zu Ernteverlusten und steigenden Lebensmittelpreisen führt.

"Der Klimawandel verschärft die Ernährungslage. Beides ist längst zur Überlebensfrage der Menschheit geworden", betonte Müller. "20 Millionen Menschen mussten bereits aus den Dürreregionen Afrikas fliehen. Wir müssen deswegen noch stärker in den Erhalt ihrer Lebensgrundlagen investieren, etwa in neue Anbaumethoden, Bewässerungstechniken und klimaangepasste Sorten. Das ist auch ein Schwerpunkt unserer Sonderinitiative 'Eine Welt ohne Hunger' und unserer 15 'Grünen Innovationszentren' in Afrika und Indien. Denn die Menschen brauchen eine Lebensperspektive in ihrer Heimat."

Laut dem Welthungerindex 2019 ist die Hungerlage in 47 von 117 erfassten Länder ernst oder sehr ernst und in der Zentralafrikanischen Republik sogar gravierend. Insgesamt hat sich die Ernährungssituation aber weltweit seit dem Jahr 2000 verbessert. Vorreiter sind vor allem Äthiopien, Malawi und Nepal. In vielen Ländern sind die Fortschritte aber zu langsam. Bei gleichem Tempo werden 45 Länder den Hunger nicht bis zum Jahr 2030 besiegen können.

Der Welthungerindex wird von der Deutschen Welthungerhilfe und der irischen Nichtregierungsorganisatin CONCERN Worldwide bereits zum 14. Mal herausgegeben. Er erfasst die globale, regionale und nationale Hungersituation. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt die Erstellung dieser wichtigen Datengrundlage.

Quelle: www.bmz.de 


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