amerika 21Bogotá. - Im Rahmen der Exhumierungen auf einem Friedhof in Kolumbien, wo Gerichtsmediziner derzeit an der Identifizierung von 50 Mordopfern des Militärs arbeiten, wurde bekannt, dass insgesamt rund 200.000 nicht identifizierte Leichen landesweit begraben worden sind. Diese Information habe die Leiterin des nationalen Instituts für Gerichtsmedizin, Claudia García, bekannt gegeben, berichtete das Lateinamerika-Portal amerika21.de am Montag.

Unter den 200.000 nicht identifizierten Toten sind unter anderem die Leichname der sogenannten "falsos positivos" sowie aller Art von Verschwundenen. Die "falsos positivos" bezeichnen die Morde an armen Zivilisten, die Soldaten als im Kampf gefallene Gegner präsentiert haben. Damit konnte die Armee "gute Resultate" im Kampf gegen den Terror" vortäuschen, so amerika21.de.

Aufgrund des mangelnden Budgets schafft es das Institut für Gerichtsmedizin bislangs nur, jährlich cirka ein Prozent der gesamten anonymen Leichen zu identifizieren. Man bräuchte demnach um die 100 Jahre für die ganze Arbeit. Die Toten liegen sowohl in legalen als auch in illegalen Ruhestätten, so García.

Zu den legalen Friedhöfen gehört "Las Mercedes" im Landkreis Dabeiba im Departamento Antioquia. Dort hat die Sonderjustiz für den Frieden (JEP) letzte Woche die ersten Überreste von Opfern der "falsos positivos" ausgegraben, was im Land für großes Aufsehen gesorgt hat. Es gibt landesweit mindestens 16 weitere Friedhöfe mit Opfern illegaler Hinrichtungen, so amerika21.

=> Vollständige Meldung
https://amerika21.de/2019/12/235672/200000-nicht-identifizierte-tote-kolumb

Quelle: www.amerika21.de 


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