savethechildrenBerlin. - Mangelernährung infolge der Covid-19-Pandemie erhöht das Sterberisiko von Kindern weltweit: Mehr als 150 Kinder zusätzlich pro Tag könnten in den kommenden zwei Jahren an den Folgen von Mangelernährung sterben, wenn nicht rasch gegengesteuert wird, warnt Save the Children in einem neuen Bericht. Millionen weitere Kinder könnten durch Nährstoffmangel bleibende Gesundheitsschäden davontragen. Die Pandemie drohe viele Jahre des Fortschritts für die Ernährung von Kindern zunichte zu machen.

Die Kinderrechtsorganisation beruft sich unter anderem auf Daten des Verbunds "Standing Together for Nutrition", einem Zusammenschluss von Gesundheits-, Ernährungs- und Wirtschaftsexperten. Diese zeigen, dass bis Ende 2022 weitere 168.000 Kinder an den Folgen von Mangelernährung sterben könnten – das sind im Schnitt 153 Kinder zusätzlich pro Tag. Zusätzliche 9,3 Millionen Kinder könnten bis Ende 2022 unter Entwicklungverzögerungen ("wasting") leiden, was sich durch Abmagerung und Kräfteverfall äußert. Zusätzliche 2,6 Millionen Kinder könnten von Wachstumsstörungen ("stunting") betroffen sein, sie wären nicht altersgemäß entwickelt. Nur durch ein entschiedenes Gegensteuern kann diese Verschärfung der Krise abgewendet werden.

"Um Mangelernährung wirksam zu bekämpfen, müssen wir sie an ihren Wurzeln packen", sagte Gabriella Waaijman, Direktorin für humanitäre Hilfe bei Save the Children. "Globale Konflikte müssen beendet, der Klimawandel muss bekämpft werden, Gemeinden müssen widerstandsfähiger gemacht werden. Zudem muss sichergestellt sein, dass Helfer ungehinderten Zugang zu Betroffenen haben. Wenn wir jetzt investieren, können wir viele Menschenleben retten und Kinder können gesund aufwachsen und ihr Potenzial ausschöpfen."

Mangelernährung war bereits vor Corona für die Hälfte der Todesfälle bei unter Fünfjährigen verantwortlich. Jedes dritte Kind unter fünf Jahren war schon vor der Pandemie mangelernährt, bekam also nicht genügend Nährstoffe und Kalorien, die für ein gesundes Wachstum nötig sind – oder zu viele Kalorien und ungesundes Essen. Durch Covid-19 hat sich die Situation binnen weniger Monate verschärft. Die wachsende Armut der Familien, aber auch der Ausfall von Schulmahlzeiten haben dazu geführt, dass immer mehr Kinder nicht ausreichend oder zu nährstoffarm ernährt werden. Dadurch erhöhen sich die Krankheitsrisiken, während gleichzeitig der Zugang zu Gesundheitsdiensten schwieriger geworden ist.

Besonders betroffen von diesem Teufelskreis aus Mangelernährung und Krankheiten sind Kinder in Subsahara-Afrika und Asien – vor allem in den am meisten benachteiligen Bevölkerungsgruppen sowie in Krisen- und Konfliktgebieten. Nach UN-Angaben werden allein im Jemen Anfang 2021 rund 16,2 Millionen Menschen mit akuter Nahrungsmittelknappheit konfrontiert sein, darunter 7,35 Millionen Kinder. 21.338 Kinder sind im Jemen sogar von Hunger bedroht.

Quelle: www.savethechildren.de 


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