oneBerlin. - Am Freitag kommen die G7-Staats- und Regierungsoberhäupter virtuell zusammen, um über gemeinsame Strategien gegen die Corona-Pandemie zu beraten. Die Entwicklungsorganisation ONE wirft den Industrieländern vor, Impfstoffe zu horten und so ärmeren Ländern den Zugang zu erschweren.

ONE forderte die reichen Länder auf, die internationale Impfstoff-Initiative COVAX finanziell stärker zu unterstützen. Zudem sollen sie den ärmeren Ländern über COVAX überschüssige Impfdosen überlassen.

"Die reichen Länder dieser Welt horten Impfstoffe", sagte Stephan Exo-Kreischer, Direktor von ONE Deutschland. "Das ist Impf-Nationalismus par excellence. Dieses Vorgehen ist unverantwortlich und kurzsichtig, denn es verlängert die Dauer der Corona-Pandemie um Jahre. Insbesondere die G7-Länder müssen endlich begreifen, dass sie nicht im Wettbewerb gegeneinander stehen, sondern gegen das Virus. Wenn wir Corona das Handwerk legen wollen, dann gilt: Impfstoffe für alle – und zwar sofort. Das und nicht anderes muss die Botschaft sein, die von dem Online-Treffen der G7 am Freitag ausgeht."

ONE hat analysiert, welche Länder bereits wie viele Dosen der fünf größten Corona-Impfstoffhersteller BioNTech/Pfizer, Moderna, AstraZeneca, Johnson & Johnson und Novavax erworben haben. Das Ergebnis: Die EU, das Vereinigte Königreich, die USA, Australien, Kanada und Japan haben sich zusammen bereits mehr als drei Milliarden Dosen der zugelassenen Corona-Impfstoffe gesichert. Das sind über eine Milliarde mehr als nötig, um ihrer gesamten Bevölkerung zwei Dosen zu verabreichen.

"Solange das Virus wütet, wird es weiter mutieren und die Gefahr erhöhen, dass die bisher entwickelten Impfstoffe wirkungslos werden", erklärte Exo-Kreischer. "Das ist kein abstraktes Risiko, sondern eine reale Bedrohung. Daher ist es so wichtig, allen Ländern so schnell wie möglich Impfdosen zukommen zu lassen. Die G7 dürfen damit nicht warten, bis sie ihre gesamte eigene Bevölkerung durchgeimpft haben." ONE forderte die G7-Staaten auf, über Bedarf georderte Impfdosen durch die internationale Impfstoff-Initiative COVAX zu verteilen. COVAX setzt sich dafür ein, dass insbesondere die ärmeren Ländern Zugang zu Corona-Impfstoffen erhalten.

Quelle: www.one.org 


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