bmz 100Berlin. - Deutschland gehört zusammen mit Indonesien und Senegal zu den Ausrichtern einer virtuellen Finanzierungskonferenz für die internationale Impfallianz COVAX, die am Freitag stattfindet. Ziel der Konferenz ist es, Geld für Impfungen gegen Covid-19 in den 92 ärmsten Ländern der Welt zu mobilisieren. Nachdem inzwischen ausreichend Impfstoffdosen zur Verfügung stehen, legt die Konferenz einen Schwerpunkt auf die Logistik: Es geht darum, die Menschen auch in entlegenen Dörfern in Entwicklungsländern zu erreichen.

Entwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) wird die Konferenz leiten, an der unter anderem auch UN-Generalsekretär Guterres, Bundeskanzler Scholz, der japanische Ministerpräsident Kishida und US-Außenminister Blinken teilnehmen.

"Impfgerechtigkeit ist der Ausweg aus dieser Pandemie", erklärte Svenja Schulze. "Aber in vielen Entwicklungsländern hatten nur wenige Menschen die Chance, sich impfen zu lassen. Multilaterale Initiativen wie COVAX sind der Schlüssel dafür, die massiven Ungleichheiten beim Zugang zu Impfstoffen beenden. Zum Glück gibt es heute keine Impfstoffknappheit mehr. Es gibt grundsätzlich genug Impfstoff für alle Menschen. Die Herausforderung ist jetzt, auch in entlegeneren Gebieten, die Spritzen in die Oberarme zu bekommen. Für eine erfolgreiche Impfkampagne braucht es neben Impfstoffen auch Investitionen in Kühlketten, Hilfe bei der Beschaffung von Spritzen oder Schulungen für Gesundheitspersonal. Deutschland wird sich weiter stark im weltweiten Einsatz gegen Corona engagieren. Denn: Besiegt ist die Pandemie erst, wenn die ganze Welt sicher ist."

Deutschland ist Mitgastgeber der hochrangigen COVAX-Finanzierungskonferenz am 8. April. Nach der Eröffnungsrede von Bundeskanzler Scholz leitet Entwicklungsministerin Schulze die virtuelle Konferenz gemeinsam mit José Manuel Barroso als Vorsitzendem der globalen Impfallianz Gavi.

COVAX ist eine der vier Säulen der internationalen Pandemiebekämpfungs-Initiative "ACT-A", für die Deutschland der zweitgrößte Geber ist. In diesem Jahr wird Deutschland mit insgesamt 1,1 Milliarden Euro erneut seinen von ACT-A errechneten sogenannten "fair share" erfüllen – also den fairen Anteil am Finanzbedarf von ACT-A, der sich aus der Wirtschaftskraft der Länder sowie deren Nutzen durch eine schnelle Beendigung der Pandemie berechnet. Von diesen Mitteln stehen 400 Millionen Euro für die Beschaffung und Verteilung von Corona Impfstoffen über COVAX bereit.

Flankierend zu den Zusagen an COVAX investiert Deutschland 2022 zusätzlich 224 Millionen Euro in bilaterale Projekte, um die Partnerländer vor Ort bei Impfkampagnen und -logistik zu unterstützen. Dass die Bundesregierung noch immer am Patentschutz für Covid-Impfstoffe festhält, lässt Ministerin Schulze unerwähnt.

Mit den neuen Finanzierungszusagen, die bei der Konferenz erwartet werden, will COVAX in diesem Jahr seine Partnerländer mit einem stärkeren Fokus auf die Impfstofflogistik vor Ort unterstützen, so das BMZ. Ein zweiter Schwerpunkt werde sein, Kosten für medizinisches Verbrauchsmaterial wie Spritzen und Desinfektionsmittel zu übernehmen. Mit der Einführung eines "Pandemie-Impfstoff-Pools" solle darüber hinaus ein innovatives Finanzierungsinstrument zur Verbesserung der weltweiten Pandemieprävention geschaffen werden, um zeitnah und flexibel auf neue Virusvarianten reagieren zu können.

Quelle: www.bmz.de


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