IWFWashington (epo.de). - Der Internationale Währungsfonds (IWF) will Schwellenländern mehr Mitsprache zugestehen. Als erste Ländern sollen China, Südkorea, Mexiko und die Türkei mehr Sonderziehungsrechte und damit mehr Stimmenanteile am IWF erhalten, beschlossen jetzt die Direktoren. Der IWF-Gouverneursrat muss den Vorschlägen auf seiner Sitzung am 19. und 20. September in Singapur noch zustimmen.

Wie der geschäftsführende IWF-Direktor Rodrigo de Rato mitteilte, ist die Erhöhung der Stimmanteile für China, Südkorea, die Türkei und Mexiko Teil eines zweijährigen Reformplanes, der der Verschiebung der Gewichte in der Weltwirtschaft Rechnung tragen soll. Die Stimmrechte der 184 Mitgliedsstaaten des Währungsfonds richten sich nach dem Kapitalanteil. Derzeit verfügen die USA mit 17,6 Prozent über die meisten Stimmen, die EU-Staaten haben zusammen 32 Prozent. Die aufstrebende Wirtschaftsmacht China hat dagegen nur drei Prozent Stimmenanteile und damit weniger als die Niederlande.

Nach den Worten von de Rato sollen aber auch ärmere Länder von der IWF-Reform profitieren, indem die Stimmrechte, über die jedes Land unabhängig von seiner Wirtschaftskraft verfügt, zumindest verdoppelt werden. Vor allem afrikanische Länder hatten gefordert, auch wirtschaftlich benachteiligte Staaten müssten mehr Mitspracherechte erhalten.

Aufgabe des IWF ist die Stabilisierung der Weltwirtschaft, insbesondere die Vergabe von Krediten an Länder, die in wirtschaftlichen Schwierigkeiten sind. Kritiker warfen dem IWF immer wieder vor, arme Ländern im Gegenzug gegen die Kreditgewährung zur Öffnung ihrer Märkte und zu einer kompromisslosen Sparpolitik zu zwingen, von der vor allem die ärmeren Bevölkerungsschichten betroffen sind.

Internationaler Währungsfonds


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