Thilo HoppeBerlin (epo.de). - Der Bundestagsabgeordnete der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Thilo Hoppe, hat gefordert, die Wasser- und Sanitärversorgung in Entwicklungsländern auszubauen. Der diesjährige Bericht über die menschliche Entwicklung des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) mache deutlich, dass die globale Wasserkrise kein Problem von Wasserknappheit sei, sondern ein politisches Versäumnis, sagte Hoppe in Berlin.

Der Human Development Report (HDR) 2006 trägt den Titel "Nicht nur eine Frage der Knappheit: Macht, Armut und die globale Wasserkrise". Der UNDP-Bericht zeige klar auf, dass in nahezu allen Regionen der Welt genügend Wasser für den menschlichen Bedarf vorhanden sei, erklärte Hoppe. "Dass dennoch jeder sechste Mensch keinen Zugang zu sauberem und bezahlbarem Trinkwasser hat, ist ein politisches Problem, das seinen Ursprung in Armut und Ungleichheit hat."

Hoppe zufolge sind zusätzliche Anstrengungen nötig, wenn das Millenniums-Entwicklungsziel erreicht werden soll, die Zahl der Menschen zu halbieren, die keinen Zugang zu Wasser haben. Arme, Frauen und Kinder seien am stärksten von der Wasserkrise betroffen. Sie gehörten zugleich zu den gesellschaftlichen Gruppen, die ihr Recht auf Wasser am wenigsten durchsetzen könnten, betonte Hoppe.

"Es ist nicht hinnehmbar, dass 1,8 Milliarden Menschen weiterhin ohne angemessene Sanitäreinrichtungen leben", sagte Hoppe, der auch Vorsitzender des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (AWZ) des Deutschen Bundestages ist. "Um Krankheiten wirksam zu bekämpfen und die Wirtschaftsleistung zu erhöhen, muss sich das kurzfristig ändern. In Ägypten und Peru konnte die Kindersterblichkeit durch verbesserte Sanitäranlagen um 60% verringert werden."

Ziel müsse es sein, dass möglichst viele Staaten das Recht auf mindestens 20 Liter Wasser pro Tag und Person gesetzlich festschreiben, forderte Hoppe. Für die Ärmsten müsse diese lebenswichtige Ressource kostenlos zugänglich sein. Die Länder des Nordens seien herausgefordert, bei der Umsetzung dieses Rechtes durch finanzielle Unterstützung mitzuwirken.

Der diesjährige Human Development Index, der versucht den Stand der menschlichen Entwicklung weltweit zu dokumentieren, zeige vor allem in Asien und Osteuropa Fortschritte, erklärte Hoppe. In Afrika südlich der Sahara sinke auf Grund von HIV/Aids jedoch die Lebenserwartung. Besonders betroffen seien auch hier die Frauen. In der Altersgruppe der 15 bis 24-Jährigen liege das Risiko einer Infektion dreimal höher als bei Männern derselben Altersgruppe.

"Nord und Süd müssen gemeinsam zur menschlichen Entwicklung beitragen", stellte Hoppe fest. "Was zählt ist der politische Wille und eine angemessene finanzielle Beteiligung der reichen Länder, damit die Millenniumsziele umgesetzt werden können."

Bundestagsfraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN
UNDP


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