Trockengebiet in ChinaBeijing/Leipzig (epo.de). - Deutsche und chinesische Wissenschaftler wollen künftig stärker zusammen arbeiten, um ökologische Probleme der Trockengebiete im Nordwesten Chinas zu bekämpfen. Dazu soll ein gemeinsames Zentrum für Trockengebietsforschung in Beijing gegründet werden. An dem Projekt beteiligt sind Wissenschaftler der Agrar-Universität Urumqi, der Beijing Forestry University, der Universitäten  Bielefeld, Halle, Hohenheim, Marburg  und des Umweltforschungszentrums Leipzig-Halle (UFZ).

Desertifikation und globaler Umweltwandel bedrohen die Biodiversität und den Landschaftshaushalt vor allem in den Wüstenrandgebieten. Unsachgemäße Landnutzung, Überweidung und Rodungen (etwa in Oasen, in grundwassergespeisten Baumstreifen in Wadis und Galeriewäldern oder in der Trockensavanne), Übernutzung der Böden und Wasserressourcen führen zur Landschaftsdegradation und damit zum Verlust der von vorneherein schon sehr niedrigen biologischen Produktionsgrundlage sowie zum Rückgang der Artenvielfalt - also der Biodiversität. Für zukünftige Rehabilitationsmaßnahmen muss auch die Bedeutung der Biodiversität für die Ökosystemfunktionen verstärkt berücksichtigt werden.

Die Erhaltung oder Entwicklung der Biodiversität in den Trockengebieten trägt zum Aufbau von langfristig stabilen Ökosystem bei. Dabei sollen standortsspezifische Maßnahmen zur Entwicklung der Biodiversität bei den Planungen zur Desertifikationsbekämpfung mitberücksichtigt werden. "Das setzt allerdings auch grundlegende Erkenntnisse über die vorhandene Biodiversität in den verschiedenen ariden Ökosystemen und deren Funktion in den Ökosystemen voraus", betonte Maik Veste von der Universität Hohenheim. "Denn  stabile Ökosysteme und eine nachhaltige Land- und Ressourcennutzung sind entscheidend für die weitere Umweltentwicklung in China."

Schwerpunkt der wissenschaftlichen Untersuchungen wird die Region Urumqi und die Innere Mongolei sein. Die Stadt Urumqi liegt im Nordwesten Chinas und ist mit rund zwei Millionen Einwohnern die am weitesten vom Meer entfernte Großstadt der Welt. Wie alle chinesischen Großstädte wächst auch Urumqi rasant, obwohl die Stadt in einem Trockengebiet liegt, dass von Verwüstung betroffen ist. Diese Megacity befindet sich am Rande der Taklamakan-Wüste und war einst Teil der alten Seidenstraße.

Die wissenschaftliche Kooperation auf dem Gebiet der Trockengebietsforschung soll zwischen chinesischen und deutschen Instituten weiter ausgebaut werden. Das beschlossen die beteiligten Wissenschaftler. Schwerpunkte zukünftiger Projekte sind die Ökologie der Trockengebiete, das Management natürlicher Ressourcen, die Desertifikationsbekämpfung und die Erhaltung der Biodiversität.

"Wir haben bereits Erfahrungen mit der Modellierung von Trockengebieten und Wäldern", erklärte Jürgen Groeneveld vom UFZ. "Diese Erfahrungen könnten wir einbringen, um die Aufforstungsprojekte in China zu unterstützen." Aber auch neue innovative Nutzungskonzepte, wie Energiefarmen und Bioenergie werden diskutiert. Der Austausch von Studierenden, Wissenschaftlern und Lehrpersonal soll gefördert werden, ebenso wie die Durchführung gemeinsamer Projekte zur Ökologie der Trockengebiete im weitesten Sinne, auch unter Berücksichtigung angewandter Aspekte. Koordiniert werden diese Aktivitäten in Zukunft von einem jetzt gegründeten, gemeinsamen Zentrum für Trockengebietsforschung in Beijing.

(Foto: Trockengebiet in China ? UFZ)

Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle


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