LaptopBerlin (epo.de). - Moderne Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) sind für Nichtregierungsorganisationen (NRO) in Sub-Sahara Afrika von zentraler Bedeutung. Internet und Mobiltelefone seien die wichtigsten Informationsquellen und wichtige Instrumente demokratischer Entwicklung, heißt es in einer Studie von ZEFConsult, die jetzt im Entwicklungsausschuss des Deutschen Bundestages vorgestellt wurde.

ZEFConsult, ein Team am Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF) der Universität Bonn, das sich mit wissenschaftlicher Politikberatung befasst, erstellte die Studie "Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) für Nichtregierungsorganisationen (NRO) in Sub-Sahara Afrika" in Zusammenarbeit mit dem Softwareunternehmen SAP. Dafür wurden im September und Oktober 2006 zweihundert Nichtregierungsorganisationen in Südafrika, Kenia und Äthiopien befragt.

"Eines der überraschendsten Ergebnisse der Studie ist die Einschätzung einer deutlichen Mehrzahl der von uns befragten Organisationen, dass die Förderung von IKT für sie einen ähnlich hohen Stellenwert hat wie die Förderung von Grundbedürfnissen", erklärte Hartmut Ihne, Geschäftsführer von ZEFConsult. "Daraus lässt sich schließen, dass Computer, Internet und Mobiltelefone inzwischen entscheidend für die Erfüllung grundlegender als auch zivilgesellschaftlicher Aufgaben sind." 

Die Studie zeige auch, dass Informations- und Kommunikationstechnologien eine wichtige Vermittlerrolle in Prozessen von gesellschaftlichem Wandel und demokratischer Entwicklung spielten, so Ihne. Ein weiteres bemerkenswertes Ergebnis sei, dass die neueren Medien Internet, Computer und Handys inzwischen die wichtigsten Informationsquellen und Informationstechnologien für die NROs in Entwicklungsländern sind und hierbei die klassischen Medien Rundfunk, Fernsehen und Print hinter sich gelassen haben.

"Wir haben in unseren Empfehlungen betont, dass es wichtig ist, Nichtregierungsorganisationen in ihrer Bildungsfunktion für demokratische Gesellschaften in den Ländern Afrikas südlich der Sahara zu stärken", erläuterte Ihne. "Diese Rolle können sie aber nur erfüllen, wenn sie a) auf eine gut funktionierende IKT-Struktur zurück greifen können, b) ihr Personal so ausgebildet ist, dass es diese Strukturen nutzen kann und c) der Aufbau von IKT-Strukturen angemessen und nachhaltig finanziert wird."

Das ZEF-Team empfiehlt der deutschen Entwicklungspolitik, sich für die Einrichtung eines internationalen NRO Fonds für IKT zur Unterstützung der ärmsten Länder in Sub-Sahara Afrika einzusetzen. Auch für die Förderung von Private Public Partnership Programmen zwischen NROs und der Privatwirtschaft seien IKT besonders geeignet.

Insgesamt bedarf es aus der Sicht von ZEFConsult einer umfassenden Entwicklungsstrategie der Bundesregierung für IKT in Afrika. "Darin sollten Informations- und Kommunikationstechnologien als Demokratie fördernde Mittel einen herausgehobenen Stellenwert haben", so Hartmut Ihne.

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