GTZEschborn (epo.de). - Das in Afrika vielbeachtete Friedenstraining mit dem Titel "African Disarmament, Demobilization and Reintegration Course" findet im Mai zum zweiten Mal in Ruanda statt. Ausgebildet werden hochrangige Militärangehörige, Polizisten, Personal der Vereinten Nationen, Mitglieder von zivilen Organisationen und Vertreter von Ländern, in denen eine Friedensmission durchgeführt wird. Veranstalter ist die Militärakademie von Ruanda gemeinsam mit dem "Trainingscenter für Frieden und Sicherheit" in Kenia, das die GTZ im Auftrag des deutschen Entwicklungsministeriums (BMZ) maßgeblich mit aufgebaut hat.

Trainer von afrikanischen Friedenszentren, der GTZ und den Vereinten Nationen leiten die Teilnehmer aus 29 Nationen an, Mitglieder von bewaffneten Gruppen in Afrika zu demobilisieren, sie dafür zu gewinnen, ihre Waffen abzugeben und den Übergang in ein ziviles Leben zu beginnen.

"Dieser Kurs bietet ein Forum, das Partner für den Frieden in Afrika zusammenbringt und sie bei der Suche nach eigenen, praktisch anwendbaren Lösungen für gemeinsame Herausforderungen auf dem Kontinent unterstützt", erklärte Susanne Brezina, Programm-Managerin der GTZ in Kenia. In dem Friedenstraining lernen die Teilnehmer die internationalen Standards für Demobilisierungsprozesse kennen. "Das Programm bildet Multiplikatoren aus, die in ihren Ländern dazu beitragen, dass dauerhaft Frieden und Sicherheit entstehen können", so Brezina. "Dabei müssen das Militär und zivile Organisationen eng zusammen arbeiten."

Das Demobilisierungsprogramm in Ruanda liefert der GTZ zufolge Anschauungsmaterial für das sehr praktisch ausgerichtete Training: Die Teilnehmer besuchen ein Lager der ruandischen Demobilisierungskommission, in dem sich ehemalige Kämpfer auf ein ziviles Leben vorbereiten. Erfolgreich reintegrierte Ex-Soldaten berichten in dem Kurs über ihre Erfahrungen. Darüber hinaus bleibt den Teilnehmern viel Raum für einen länderübergreifenden "Süd-Süd-Austausch" zur Planung und Durchführung von Demobilisierungsprozessen im afrikanischen Kontext.

Nach dem Ende gewaltsam ausgetragener Konflikte gehören die Entwaffung, Demobilisierung und Reintegration der Kämpfer zu den ersten Aufgaben im komplexen Prozess der friedlichen Neurorganisation von Gesellschaften. Eine große Herausforderung ist, den ehemaligen "Kombattanten" eine neue Perspektive zu vermitteln, damit sie nicht erneut rekrutiert werden und zu den Waffen greifen.

"Eine wichtige Botschaft für die Teilnehmer ist auch, dass eine langfristig erfolgreiche Reintegration schwieriger zu organisieren ist als die technische Abwicklung von Entwaffnungen. Es muss eine Veränderung in den Köpfen stattfinden. Konflikte gewaltfrei auszutragen, will gelernt sein und erfordert den Aufbau einer starken Zivilgesellschaft", weiß Brezina aus ihrer Arbeit für die GTZ in Afrika.

www.gtz.de


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