PANHamburg (epo.de). - Nur zu Weihnachten werden in Deutschland mehr Blumen verschenkt als zum Muttertag. Schnittblumen werden aber häufig dort produziert, wo niedrige Löhne, Kinderarbeit, fehlender Arbeitsschutz und geringe Umweltauflagen die Produktionskosten drücken. Darüber hinaus werden in der Produktion gefährliche Pestizide eingesetzt. Das Pestizid Aktions-Netzwerk (PAN) macht zum Muttertag am 13. Mai auf Missstände in der Blumenproduktion und auf bestehende Alternativen aufmerksam.

Die Blumen des Südens sind meist für den Norden bestimmt. Konsumenten und Blumenhandel stehen in der Verantwortung: Was der Norden kauft, wird im Süden produziert. Dass es auch sozial- und umweltgerechte Alternativen gibt, zeigen Blumen aus sozialgerechter Produktion des Flower Label Programms (FLP), fair gehandelte Blumen (TransFair) und Blumen aus kontrolliert biologischem Anbau.

Zwar gibt es in Deutschland noch traditionelle Blumenanbaugebiete wie die Vier- und Marschlande im Südosten Hamburgs. Die heimische Produktion decke jedoch nur rund zehn Prozent des Bedarfs an frischen Schnittblumen, so PAN Germany. Die meisten Blumen, die verschenkt werden, wachsen im Ausland, in Ländern Lateinamerikas und Afrikas.

Rund drei Milliarden Euro geben die Deutschen pro Jahr für Schnittblumen aus, etwa 38 Euro je Einwohner. "Stünde auf jedem Blumenstrauß drauf, unter welchen Bedingungen die Blumen angebaut wurden, wie viele Kinder für seine Entstehung arbeiten mussten, wie viele unbezahlte Überstunden entrichtet wurden und wie viele ArbeiterInnen ungeschützt mit gefährlichen oder längst nicht mehr zugelassenen Pestiziden in Kontakt kamen und Schädigungen davontrugen, würde die Freude über die Blumen sicher sehr geschmälert", gibt die Agraringenieurin Susan Haffmans vom Pestizid Aktions-Netzwerk e.V. zu bedenken.

Um VerbraucherInnen zu einem verantwortungsbewussteren Handeln anzuregen, informiert PAN Germany über Alternativen in der Blumenproduktion und weist auf Bezugsquellen für Blumen aus sozial- und umweltgerechter Produktion hin.

www.pan-germany.org


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