WolfowitzWashington/Berlin (epo.de). - Weltbank-Präsident Paul Wolfowitz tritt wegen der Affäre um die Beförderung seiner Freundin Shaha Riza zum 30. Juni zurück. Das hat der Exekutivrat der Bank nach einer mehrtägigen Krisensitzung in Washington mitgeteilt. Die deutsche Entwicklungsministerin und Weltbank-Gouverneurin Heidemarie Wieczorek-Zeul begrüßte den Rücktritt und forderte eine Überprüfung der internen Führungsstrukturen der Weltbank.

"Mit seinem Rücktritt erweist Paul Wolfowitz der Weltbank einen Dienst und macht den Weg frei, dass diese globale Institution der Entwicklungszusammenarbeit ihre Glaubwürdigkeit wiedergewinnt", sagte Wieczorek-Zeul am Freitag in Berlin. Die Weltbank müsse nun schnell ihre volle Handlungsfähigkeit wiedererlangen. Die Bank befinde sich in der entscheidenden Phase, mit den Geberländern die Finanzierung für die Millenniumsentwicklungsziele und die ärmsten Entwicklungsländer zu sichern.

"Wir brauchen eine starke und arbeitsfähige Weltbank. Dazu gehört auch, dass wir aus den gemachten Erfahrungen lernen", erklärte Wieczorek-Zeul. "Eine genaue Überprüfung der internen Führungsstrukturen der Weltbank ist jetzt notwendig." Dazu gehöre auch, dass die Stimmrechte für die ärmsten afrikanischen Entwicklungsländer gestärkt werden müssten. Gerade diese Länder seien die "Haupt-Kunden" der Bank und müssten stärker in die Entscheidungsprozesse eingebunden werden.

Die langfristige Ausrichtung der Bank, vor allem gegen die Armut in der Welt zu kämpfen, müsse mit allem Nachdruck fortgeführt werden, forderte die Ministerin. Dazu gehörten auch die Stärkung der Regierungssysteme in den Partnerländern und der weltweite Kampf gegen Korruption. Außerdem müsse die Rolle der Bank im Bereich Umwelt- und Klimaschutz und als Organisation, die weltweit Wissen zur Verfügung stellt, gestärkt werden, sagte Wieczorek-Zeul.

Sie hoffe sehr, so Wieczorek-Zeul, dass es zu keinen weiteren Abwanderungen von fähigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bank kommt. Die globale Institution sei dank ihres gesammelten Wissens für die Entwicklungszusammenarbeit immens wertvoll. Wolfowitz gebühre Dank für sein Engagement bei der weltweiten Armutsbekämpfung und für die Zukunft Afrikas. "Sein Rücktritt ist aber unumgänglich", betonte Wieczorek-Zeul.

Bei der Auswahl einer neuen Weltbankpräsidentin oder eines neuen Weltbankpräsidenten soll nach Auffassung der Ministerin die Qualifikation und Eignung im Vordergrund stehen. "Dabei ist es jetzt besonders wichtig, dass der Entscheidungsprozess offen und transparent gestaltet wird", sagte Wieczorek-Zeul.

Die entwicklungspolitische Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen, Ute Koczy, erklärte, der Rücktritt von Wolfowitz als Präsident der Weltbank sei "überfällig" gewesen. "Wir begrüßen die Entscheidung, obwohl sie so spät kommt. Sein Kleben am Stuhl hat der Weltbank geschadet und vor allem dem Anliegen, Korruption zu bekämpfen."

www.worldbank.org
www.bmz.de
www.gruene-bundestag.de


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