Computer im Unterricht in Mosambik. Foto: HumanaMaputo/Köln (epo.de). - Insgesamt 1800 Studenten und Lehrer an neun Lehrerausbildungsstätten in Mosambik und an der ISET/One World University feiern die Einführung eines neuen Computersystems in der Lehrerausbildung. Drei Studenten teilen sich vorerst einen Computer, der über einen leistungsstarken Server-PC den Zugriff auf eine Datenbank mit dem gesamten Curriculum des Ausbildungsprogrammes ermöglicht. Dies teilte jetzt der Verein Humana People to People Deutschland in Köln mit.

Insgesamt wurden laut Humana 550 dieser sogenannten Thin Clients über die 10 Ausbildungszentren in Mosambik verteilt. Ein Thin Client ist ein Computer, der nur bei Anschluß an den Server des lokalen Netzwerks der jeweiligen Schule funktioniert. Mit dem neuen System haben nun alle Schüler auch die Möglichkeit, im Internet zu surfen. Zeitgleich wurde das neue Computersystem an einer ähnlichen Lehrerausbildungsstätte in Malawi eingeweiht, und es soll Anfang September auch an sieben Lehrerausbildungsstätten in Angola in Betrieb genommen werden.

Die Lehrerausbildungsstätten nutzen eine Unterrichtsmethode, in der die Studenten ihre Ausbildung verstärkt selbst steuern: "DMM" (Die Moderne Methodenfestlegung). Die Studenten planen ihre Ausbildung gemeinsam mit den Lehrern und Mitstudenten. Innerhalb allgemeiner Rahmenvorgaben können die einzelnen Studenten selbst entscheiden, wie sie ihre Ausbildung beginnen, welche Fächer sie vertiefen und welche besonderen Interessensgebiete mit in den Lehrplan der 2,5 Jahre dauernden Ausbildung aufgenommen werden sollen.

Die neue Methodenfestlegung berücksichtigt die individuellen Begabungen, Fähigkeiten und Interessen der einzelnen Studenten. Die Lehrer bekommen eine neue Rolle, in der sie die Studenten als Anleiter und Mentor unterstützen. Die Wissensaneignung erfolgt über Kurse, Eigenstudien und Erfahrungen. Die Eigenstudien machen 50%, der gemeinsame Unterricht in den Klassen 25%, und die Erfahrungen nochmals 25% der Ausbildung aus. Die Erfahrungen in der Ausbildung werden von den Studenten alleine und gemeinsam in der Gruppe vor allem bei selbst initiierten Projekten, Reisen oder kulturellen Veranstaltungen, aber auch im ganz normalen Alltag erworben. Dieses Unterrichtssystem wurde Mitte der 90iger Jahre von einer Reihe privater Ganztagsschulen in Dänemark entwickelt.

In der ersten Phase des Programms werden sich noch drei Studenten einen Computer teilen. In der zweiten Phase soll das System auf zwei Studenten pro Computer verbessert werden. In der dritten und letzten Phase kann jeder Student und jeder Lehrer über einen eigenen Computer verfügen. Die Ausstattung der ersten Stufe wurde von einer dänischen Privatorganisation finanziert. Die Anschaffungen der folgenden Stufen werden mit der Unterstützung von Schwesterorganisationen in Europa und in den USA sowie weiteren nationalen und internationalen Hilfsorganisationen realisiert.

Die Lehrerausbildungsstätten bilden Grundschullehrer speziell für die Arbeit in ländlichen Gebieten aus. Dabei werden die angehenden Lehrer auch für die Entwicklungsarbeit in den an die Schule angrenzenden Dörfern ausgebildet.

? www.humanapeopletopeople.de


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