FIANKöln (epo.de). - Die Menschenrechtsorganisation FIAN und die internationale Blumenkampagne haben die jüngste Absenkung der Sozialstandards in der kolumbianischen Blumenproduktion kritisiert. "Mit ihrem Verhaltenskodex 'Florverde' verspricht der kolumbianische Produzentenverband Asocolflores den Verbrauchern eine nachhaltige Produktion. Das ist Augenwischerei", erklärte Gertrud Falk, Koordinatorin der Blumenkampagne bei FIAN, anlässlich des Valentinstages am 14. Februar.

Falk forderte den Verband auf, internationale Arbeitskonventionen in den Kodex aufzunehmen. Kolumbien ist weltweit der zweitgrößte Blumenexporteur. Rund 16 Prozent der von Deutschland direkt importierten Schnittblumen kommen aus dem lateinamerikanischen Land. Um Vorwürfen der Blumenkampagne wegen ausbeuterischer Arbeitsbedingungen in kolumbianischen Blumenbetrieben entgegenzutreten, hatte der Produzentenverband Asocolflores 1996 sein eigenes Sozial- und Umwelt-Gütesiegel Florverde entwickelt.

FIAN hatte die Glaubwürdigkeit des Siegels von Beginn an in Frage gestellt. "Florverde garantiert den ArbeiterInnen weder die Rechte auf Gewerkschaftsfreiheit und Tarifverhandlungen, noch bezieht es zivilgesellschaftliche Organisationen in die Umsetzung des Gütesiegels ein", so Falk. "Und tatsächlich versuchen die Unternehmen jede gewerkschaftliche Organisation zu unterlaufen. FIAN kennt einige Farmen, auf denen Gewerkschafterinnen massiv diskriminiert werden."

Bei der gerade erfolgten Überarbeitung habe Asocolflores die  Sozialstandards im Florverde-Kodex noch weiter aufgeweicht, so FIAN. In sensiblen Aspekten wie der Anwesenheit von Kindern auf den Farmen, Disziplinarverfahren, Leiharbeit und Gesundheitsschutz seien die Richtlinien gelockert worden. FIAN forderte gemeinsam mit anderen Nichtregierungsorganisationen aus Europa, Afrika und Amerika den kolumbianischen Gartenbauverband dazu auf, den Verhaltenskodex auf das Niveau internationalen Arbeitsrechts anzuheben.

www.fian.de


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