LinksparteiBerlin (epo.de). - Der Obmann für DIE LINKE im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung des Deutschen Bundestages, Hüseyin Aydin, hat ein globales Notprogramm gegen den Hunger vorgeschlagen. Die Forderung des UNESCO-Agrarberichtes nach einer globalen Agrarreform und einer Stärkung nachhaltiger Produktionsverfahren zeige in die richtige Richtung. "Um die aktuelle Not zu lindern, brauchen wir zusätzlich ein global konzertiertes Notprogramm", sagte Hüseyin Aydin in Berlin. 

"Jeder zusätzliche Prozentpunkt bei den Lebensmittelpreisen erhöht die Zahl der weltweit Unterernährten um 16 Millionen", erklärte Hüseyin Aydin weiter. "Wenn es so weiter geht, werden im Jahr 2025 rund 1,2 Milliarden Menschen an Hunger leiden."

Es könne nicht angehen, dass angesichts dieser akuten Notlage dem UN-Welternährungsprogramm die Mittel ausgehen, kritisierte der Obmann die Zurückhaltung der Regierungen bei der Bereitstellung von Mitteln. "Hier rächt sich, dass die G8-Staaten entgegen ihrer Versprechungen während des Gipfels von Heiligendamm im vergangenen Jahr die Ausgaben für Entwicklungshilfe massiv abgesenkt haben."

Aydin sagte weiter, Grundnahrungsmittel müssten der internationalen Spekulation entzogen werden. Getreide dürfe nicht in Erwartung steigender Preise an den Warenterminbörsen aufgekauft werden, um es dann zu horten. So würden die Preise für Reis und Weizen in kürzester Zeit in absurde Höhen getrieben. Hier müssten die Regierungen international regulierend eingreifen.

Zum anderen müsse die Förderung des so genannten Biosprits eingestellt werden. Bereits jetzt werde ein Drittel des US-Mais der Nahrungsmittelproduktion entzogen und stattdessen in Kraftfahrzeugen verbrannt. Steuererleichterungen und Subventionen für Agrarbrennstoffe müssten dort, aber auch in Deutschland umgehend abgeschafft werden.

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