Foto: Zerbombtes Stadtviertel in Beirut, Libanon (c) Malteser HilfsdienstBerlin (epo.de). - Die Vereinten Nationen haben den 21. September zum Internationalen Tag des Friedens ausgerufen. Der Weltfriedenstag soll daran erinnern, dass sich die Weltgemeinschaft zum "Frieden stiften" verpflichtet hat. Doch neben den Kriegen im Irak und in Afghanistan, schwelenden Konflikten wie in Georgien (Südossetien und Abchasien) oder Aserbaidschan oder Sri Lanka häufen sich Anschläge und politisch motivierte Attentate. In Islamabad (Pakistan) starben bei einem Anschlag mehr als 60 Menschen. In Mauretanien am Samstag die Leichen von zwölf Soldaten entdeckt, die vermutlich von islamischen Extremisten getötet worden waren. 

Zu dem Angriff in Mauretanien bekannte sich nach Angaben von Regierungssprecher Mohamed Ould Mohamed Abderahmane Ould Moine eine mit der Terrororganisation Al Kaida verbündete Gruppe. Allein in Pakistan sind im Jahr 2008 bereits mindestens 220 Menschen ums Leben gekommen, meist durch Selbstmordanschläge, so eine dpa-Übersicht.

Den Krieg in Afghanistan hat US-Präsident George W. Bush unter Verletzung des Völkerrechts auf Pakistan ausgeweitet, indem er ohne Einverständnis der pakistanischen Regierung US-Bodentruppen gegen mutmaßliche terroristische Ziele einsetzte. Um die pakistanischen Verbündeten nicht zu brüskieren, setzt das US-Militär in den unzugänglichen Stammesgebieten im Nordwesten des Landes auf modernste Roboter-Waffen ("Der erste ferngesteuerte Krieg", berichtete Telepolis).

130 GEWALTSAME KONFLIKTE IM JAHR 2007

Frieden kann nicht durch externe Intervention geschaffen werden. "Frieden muss von innen wachsen", mahnte das Bonn International Center for Conversion (BICC) anlässlich des Weltfriedenstages. "Nur, wenn die entscheidenden Beteiligten bereit sind, für ihre Interessensgegensätze Lösungen ohne Waffengewalt und deren Androhung, ohne Unterdrückung und unter Achtung der Menschenrechte zu finden, hat Frieden eine echte Chance. Andererseits gelingen Friedensanstrengung en oft nicht ohne Hilfe oder Druck von Außen."

Im vergangenen Jahr gab es nach Angaben des BICC etwa 130 gewaltsame Konflikte: zwischenstaatliche Auseinandersetzungen wie zwischen Israel und dem Libanon, innerstaatliche Konflikte wie im Sudan oder im Kongo oder Guerillakämpfe wie in Kolumbien. "Bis zu einer Million Menschen sterben pro Jahr durch Kriege und deren Folgen wie Hunger, Vertreibung, gesellschaftliche Instabilität und wirtschaftlichen Niedergang", erklärte das BICC.

Als positive Beispiele der Konfliktbewältigung erwwähnt das BICC Nepal und Sierra Leona, wo demokratische Wahlen stattfanden, die den Weg zum Frieden festigten sollen. Haiti, Sierra Leone und Liberia befinden sich einer Phase der Stabilisierung und scheinen ihre gewaltsamen Konflikte überwunden zu haben.

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki-moon, sagte aus Anlass des Internationalen Friedenstages 2008: "Wahrer Frieden ist möglich, wenn wir uns gemeinsam um ihn bemühen. Lasst uns am 21. September ein Zeichen unseres weltumspannenden Strebens nach Frieden setzen."

Foto: Zerbombtes Stadtviertel in Beirut, Libanon (©) Malteser Hilfsdienst

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