doha logoDoha (epo.de). - Die deutsche Bundesregierung will Pakistan 40 Millionen Euro Schulden erlassen, wenn die pakistanische Führung die Hälfte des Betrages in Gesundheitsprogramme investiert. Ein entprechender Schuldenumwandlungsvertrag sei am Rande der UN Konferenz für Entwicklungsfinanzierung in Doha unterschrieben worden, teilte der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria am Sonntag in der katarischen Hauptstadt mit. Die Gesundheitsprogramme sollen über den Globalen Fonds laufen.
Das Abkommen wurde von Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD), die gleichzeitig Sondergesandte der Konferenz für Entwicklungsfinanzierung ist, und Hina Rabbani Khar, der Staatssekretärin für Finanzen und wirtschaftliche Angelegenheiten Pakistans, sowie dem Exekutivdirektor des Globalen Fonds, Michel Kazatchkine, unterschrieben.

"Mit Hilfe von 'Debt2Health' können wir Schulden in dringend benötigte Ressourcen für den Gesundheitsbereich umwandeln", sagte Hina Rabbani Khar. "Wir hoffen, dass andere Gläubigerländer sich der Initiative anschließen werden und Pakistan sowie weiteren Ländern, die mit hoher Krankheitslast und hohem Schuldendienst zu kämpfen haben, ebenfalls Umschuldungsabkommen anbieten."

Pakistan ist das zweite Land, das von "Debt2Health" profitiert. Im September 2007 hatte Deutschland Indonesien 50 Millionen Euro erlassen. Das südostasiatische Land investiert die Hälfte der Summe in Programme, die vom Globalen Fonds unterstützt werden.

"Debt2Health ist eine 'win-win'-Situation für Pakistan, Deutschland und den Globalen Fonds. Pakistan erhält mehr Mittel für den Gesundheitsbereich, der Globale Fonds erhöht die Planbarkeit seiner Arbeit und Deutschland trägt seinen Teil zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria bei", erklärte Wieczorek-Zeul.

Das Abkommen gehe "über traditionelle Entwicklungsfinanzierung", sagte Michel Kazatchkine. "Es verbindet das bewährte Instrument der Schuldenumwandlung mit den effektiven und erfolgreichen Auszahlungsmechanismen des Globalen Fonds. So kann hochwertige Vorsorge und Behandlung mit von Pakistan selbst entworfenen und gesteuerten Programmen verbunden werden."

Debt2Health liegt die Idee zu Grunde, dass Schuldenumwandlungen für die Finanzierung öffentlicher Gesundheit durch den Globalen Fonds eingesetzt werden. Dei freiwerdenden Mittel sollen arme Länder in die Lage versetzen, mehr in die Bekämpfung von Aids, TB und Malaria zu investieren und ihre Gesundheitssysteme zu stärken.

Aids, Tuberkulose und Malaria sind in Pakistan nach Angaben des Globalen Fonds nach wie vor große Bedrohungen der öffentlichen Gesundheit. Bis jetzt hat der Globale Fonds die Finanzierung für sechs Programme zur Bekämpfung dieser drei Krankheiten in Pakistan im Wert von mehr als 100 Millionen US-Dollar bewilligt.

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