Jubel nach brasilianischer Gerichtsentscheidung

Raposa-Serra do Sol/Berlin (epo.de). - Der Oberste Gerichtshof Brasiliens hat in einem entscheidendem Fall beschlossen, die Landrechte der Indigenen aufrechtzuerhalten. Stellvertreter der brasilianischen Indigenen bezeichneten die Entscheidung als "einen großen Sieg". Wie der Pressemitteilung von Survival International zu entnehmen ist, einer weltweit aktiven Nicht-Regierungsorganisation, die sich für die Rechte von indigenen Gruppen einsetzt, fiel der Gerichtsbeschluss bereits am Mittwoch, dem 60. Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Er bezieht sich auf das indigene Territorium Raposa - Serra do Sol ("Land des Fuchses und Berg der Sonne") im Amazonas-Bundesstaat Roraima.

Eine kleine Gruppe einflussreicher Farmer hatte beim Obersten Gerichtshof einen Antrag eingereicht, der die Aufhebung der legalen Anerkennung des Territoriums durch die brasilianische Regierung forderte. Der brasilianische Präsident Lula hatte dies 2005 zum Gesetz gemacht.Lokale Politiker hatten den Antrag unterstützt.

Acht von elf Richtern des Obersten Gerichtshofes, haben laut Survival International das Recht der Indigenen auf dieses Land bestätigt. Eine Begründung: Es sei ihnen auf der Grundlage der Verfassung zugesprochen worden. Außerdem stellten diese Gebiete innerhalb der Grenzen Brasiliens keine Gefahr für die nationale Souveränität dar.

Dreißig Jahre lang hatten die fünf indigenen Völker des Raposa-Serra do Sol Gebietes um die Rückgewinnung ihres angestammten Landes gekämpft. Nachdem das Gebiet als indigenes Land abgegrenzt worden war, hatten sich Farmer geweigert, die Gegend zu verlassen. Seit dieser Grenzziehung haben die Farmer laut Survival International eine Reihe von Gewalttaten gegen die dort lebenden brasilianischen Indigenen begangen, um das Gebiet nicht verlassen zu müssen. Demnach haben im Mai dieses Jahres Bewaffnete, angeheuert von einem der Farmer, eine Makuxi Gemeinde angegriffen: "Sie warfen handgefertigte Bomben und schossen mit Sturmgewehren. Bei dem Angriff wurden zehn Indigene verwundet." Bestandteil des richterlichen Beschlusses war, dass die Farmer das Raposa-Serra do Sol Gebiet verlassen müssen, allerdings hat der Oberste Gerichtshof keine Zeitschiene definiert. Denn es stehen im nächsten Jahr noch drei richterliche Urteile an.

Der Leiter des indigenen Gemeinderates von Roraima, Jacir José de Souza, erklärte am Donnerstag: "Das Land ist unsere Mutter. Wir sind glücklich, dass wir unser zurück gewonnen haben und der oberste Gerichtshof indigene Menschen verteidigt hat."

Für den Direktor von Survival International, Stephen Corry, sind das "fantastische Nachrichten für die Menschen des Raposa-Serra do Sol Gebietes. Die brasilianische Regierung muss nun sicherstellen, dass die Farmer das Gebiet verlassen und die Welle des Terrors gegen die Indianer endet. Sie muss ebenfalls sicherstellen, dass Indigene landesweit ihre Landrechte zugesichert bekommen, so dass wir nie wieder derartig eklatante Attacken auf Indigene in ihrem eigenen Land sehen."

Foto: Jubel nach der Gerichtsentscheidung - der Ogiek Kiplangat Cheruyot (links) und der klagende Buschmann Amogolang Segootsane (rechts). Quelle: Survival International

 


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