ODA 2008

Berlin (epo.de). - Die Entwicklungshilfe der westlichen Industrienationen sinkt weiter. Wie aus der neuesten Übersicht des Entwicklungsausschusses der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervorgeht, sanken die Nettoauszahlungen im Rahmen der offziellen Entwicklungshilfetransfers (ODA) von 107,3 Milliarden US-Dollar im Jahr 2005 über 105,3 Milliarden (2006) auf 103,7 Milliarden im Jahr 2007. Die detaillierten Daten und Schaubilder der Publikation "OECD Development Aid at a Glance" sind das wichtigste Nachschlagewerk für verlässliche Statistiken und Aussagen über quantitative Trends in der Entwicklungshilfe. Die jetzt vorliegende Ausgabe 2008 (überwiegend mit Zahlen zum Bezugsjahr 2006) zeigt unter anderem auf, dass die Geberländer große Anstrengungen unternehmen müssen, um ihre im Rahmen der UN-Millienniumsziele übernommenen Verpflichtungen zur Steigerung der Entwicklungshilfe einhalten zu können.

“Development Aid at a Glance 2008“ zeigt auf, dass die Entwicklungshilfeleistungen stark von politisch Motiven und der öffentlichen Debatte abhängig sind. So erhalten geopolitisch wichtige Staaten wie der Irak (8% der ODA-Zahlungen im Jahr 2006), Afghanistan (3%), Pakistan (2%) oder Äthiopien (2%) überdurchschnittlich viel Entwicklungshilfe. Top-Empfängerland war 2006 Nigeria, das mit 11,4 Milliarden Dollar rund 11% der gesamten ODA-Auszahlungen erhielt.     

Die wichtigsten Geber im Jahr 2006 waren die USA (21,2 Mrd. Dollar bzw. 20%), die EU (9,5 Mrd./9%), Großbritannien (8,7 Mrd/8%), Frankreich (7,9 Mrd./8%), Japan (7,3 Mrd./7%) und Deutschland (7,03 Mrd./7%). Im Jahr 2007 rückte Deutschland allerdings an die 2. Stelle der Geber. Ein Vergleich mit früheren Jahren zeigt aber, dass der generelle Anstieg der ODA seit dem Jahr 2000 (damals legen die ODA-Nettotransfers bei rund 70 Mrd. $) vor allem der Einbeziehung von Schuldenerlassen zu verdanken ist. Vor allem seit 2004 kommt dies in der Statistik sehr stark zum Tragen.

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Mit 43,4 Mrd. US-$ erhielt Afrika im Bezugsjahr 2006 die meisten ODA-Gelder, gefolgt von Asien mit 32,9 Mrd. und Lateinamerika (6,9 Mrd.). Ozeanien erhielt 1,1 Mrd., ist aber mit 137 Dollar Spitzenreiter, was die Nettoauszahlungen pro Kopf der Bevölkerung angeht. Statistisch gesehen erhielt jeder Afrikaner 47 Dollar, jeder Europäer 33 und jeder Amerikaner 12 Dollar. Im Durschnitt erhielten alle Entwicklungsländer 20 Dollar pro Kopf.

Die Übersicht demonstriert auch die langjährige Vernachlässigung der Landwirtschaft und der ländlichen Entwicklung bei den ODA-Zahlungen. 1990 gingen noch rund 18% der ODA in die Bereiche Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei. Bis 2005 sank deren ODA-Anteil auf rund 7%. Die Ernährungskrise ist von den Entwicklungspolitikern somit zu einem guten Teil "hausgemacht".

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Dass zur Erreichung der Millenniumsziele der Vereinten Nationen noch viel getan werden muss, um die erforderlichen Steigerungen der ODA-Leistungen bis 2010 entsprechend zu erhöhen, zeigt die folgend Grafik:

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(grafische Darstellungen © OECD/DAC)

Bestellmöglichkeiten:

Die OECD-Publikation “OECD Development Aid at a Glance 2008“ kann zum Preis von 30 € bestellt werden im OECD Online Bookshop unter www.oecd.org/bookshop oder bei:

UNO-Verlag GmbH OECD-Vertrieb, August-Bebel-Allee 6, D-53175 Bonn
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