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Illustration (c) BICC

Bonn (epo.de). - Rund 200 Vertreter aus Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft nehmen an der Konferenz "Migration and Displacement in Sub-Saharan Africa. The Security – Migration Nexus II" teil, die das Internationale Konversionszentrum Bonn (BICC) am 13. und 14. Februar in Bonn veranstaltet. Die internationale Konferenz im Haus der Deutschen Welle, an der auch zahlreiche Expertinnen und Experten aus Afrika südlich der Sahara teilnehmen, soll über die Ursachen unfreiwilliger Migration in dieser Region sowie die humanitären, sozialen und rechtlichen Konsequenzen für die Betroffenen diskutieren.

BICC-Projektleiterin Clara Fischer erklärte im Vorfeld der Konferenz, allein in Afrika südlich der Sahara lebten derzeit rund 16,3 Millionen Migrantinnen und Migranten. Sie seien regulär Erwerbstätige, Saisonarbeiterinnen und -arbeiter, "irreguläre Migranten" oder Flüchtlinge.

DIE MEISTEN MIGRANTEN BLEIBEN IN AFRIKA

"Noch immer ist in der öffentlichen Meinung die Vorstellung weit verbreitet, dass der Großteil der afrikanischen Migrantinnen und Migranten nach Europa bzw. die entwickelten Staaten des Nordens geht. Dies ist jedoch nicht der Fall", betonte Fischer. Nur 1,5 Prozent aller Menschen aus Afrika südlich der Sahara lebe in Staaten der Europäischen Union. Mehr als zwei Drittel aller Migranten aus Ländern südlich der Sahara wanderten jedoch innerhalb der Region aus.

Unfreiwillige Migration macht Fischer zufolge insbesondere in Afrika einen großen Anteil der Bevölkerungsbewegungen aus. "Etwa 20 Prozent der weltweiten Flüchtlingsbevölkerung (ca. 2,3 Millionen) und etwa die Hälfte der weltweit 25 Millionen intern Vertriebenen lebt in Afrika."

Wie Fischer weiter ausführte, weist der Sudan mit bis zu sechs Millionen IDPs (Internally displaced persons) die höchste Zahl an Binnenvertriebenen weltweit auf. Darüber hinaus suchten 2007 523.000 Flüchtlinge aus dem Sudan im Ausland Zuflucht.

Auch die Demokratische Republik Kongo (DRC) mit 370.000 Flüchtlingen und 1,4 Millionen IDPs, Uganda mit ca. 216.000 Flüchtlingen und 900.000 IDPs, Somalia mit 455.357 Flüchtlingen und 1,1 Millionen IDPs und Burundi mit 375.727 Flüchtlingen und 100.000 IDPs sind nach Angaben des UN-Flüchtlingswerkes UNHCR Ausgangspunkte von Fluchtbewegungen großen Ausmaßes.
 
Tansania, Tschad und Uganda zählen nach Angaben des BICC zu den zehn größten Aufnahmeländern von Flüchtlingen weltweit. Kamerun, Sudan und Kenia gehören zu den Ländern Afrikas, die 2007 die höchste Zahl neuer Flüchtlinge beherbergt haben. Insgesamt haben 17 afrikanische Staaten Flüchtlingsbevölkerungen von mehr als 50.000 Personen.

Im April 2009 will die Afrikanische Union einen Sondergipfel zu Flüchtlingen, Rückkehrern und IDPs durchführen. "Wir freuen uns, dass auch Vertreter von ECOWAS und AU nach Bonn kommen werden, um sich auf der internationalen Migrationskonferenz mit anderen Expertinnen und Experten auszutauschen", sagte Clara Fischer.
 
UNFREIWILLIGE MIGRATION

Als unfreiwillige Migrantinnen und Migranten, so das BICC, gelten heute nicht nur Flüchtlinge und aufgrund von Konflikten Binnenvertriebene (IDPs), sondern zunehmend auch Menschen, die durch Umweltkatastrophen, Umweltzerstörung und Entwicklungsprojekte vertrieben wurden. "Unfreiwillige Migration hat nicht nur tiefgreifende humanitäre und soziale Konsequenzen für die betroffenen Menschen, sondern wirkt sich auch auf die gesellschaftlichen Prozesse in den Herkunfts-, Transit- und Aufnahmeländern aus", erklärte BICC-Expertin Fischer. "Flucht und Vertreibung, vor allem infolge von bewaffneten Konflikten, haben tiefgreifende Folgen für Entwicklung, Stabilität und Sicherheit der betroffenen Staaten und stellen besondere Handlungsanforderungen an die Politik auf allen Ebenen und das internationale humanitäre Regime."
 
In fast allen Fällen ist nach den Erkenntnissen von Clara Fischer ein komplexes Bündel von Faktoren die Ursache für Migration. Besonders Menschen, deren Lebensunterhalt direkt von bestimmten Umweltbedingungen abhängt, könnten durch Umweltdegradation, wie eine Verschlechterung von Böden, Wüstenbildung oder Wasserverschmutzung zur Auswanderung gezwungen werden, wenn sie nicht über die Kapazitäten verfügen, sich diesen Veränderungen anzupassen. "Das Gewicht von Umweltfaktoren könnte künftig in Folge von Klimawandel, Bevölkerungswachstum und Entwicklung zunehmen", warnt die Expertin.

(Illustration © BICC)

Konferenzprogramm
www.bicc.de

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